Kleine Urlaubsgeschichte 1

Die Mutter hat DAS MÄDCHEN vorsichtig angezogen und gut zugedeckt.
Sie hat die Notfallmedikamente dabei, ein bisschen püriertes Essen und Wechselsachen.
Auch wenn das Mädchen nicht sprechen kann, spürt die Mutter jedes Mal, wie sehr es Tiere mag.
Deshalb schiebt sie jetzt den Liegerollstuhl Richtung Zoo-Eingang.
Der Mitarbeiter macht ihr extra das breite Tor auf und wirft nur einen kurzen Blick auf den Schwerbehindertenausweis.
Hinter ihr in der Schlange tuschelt es.
„Die haben es gut: Kommen umsonst in den Zoo!“

Ein Rollstuhl mit einem Nixklusionsmännchen, ein anders schiebt Zoo-Schild, eingerahmt von einer Sonne

Die Geschichte vorgelesen …

4 Kommentare

  1. Anonymous sagt:

    Solche dumme Kommentare hören Eltern sehr oft.
    Wie oft müssen Eltern behinderter Kinder sich anhören, wie”gut es ihre Kinder”haben, weil sie mit dem Fahrdienst zur Schule hin und her gefahren werden. Und wie gut es die behinderten Kinder es haben, weil sie keine Hausaufgaben haben. Und wie gut es die behinderten Kinder es haben, weil sie ein Schulbegleiter haben. Und wie gut es die behinderten Kinder es haben, weil manche während der Schulzeit in Kur sind. Und… Und… Und.
    Es sind so viele Kommentare!
    Wie oft müssen Eltern behinderter Kinder sich solch unüberlegte Kommentare sogar von manchen Ärzten, Pädagogen, Therapeuten anhören.
    Das Problem daran liegt, weil behinderte Kinder in Sonderschulen, Behinderteneinrichtungen ausgegrenzt werden.
    Wie sollen nicht behinderte Menschen ein Mitgefühl entwickeln wenn die behinderten Menschen in einer Parallelgesellschaft leben, wo kaum Kontakt vorhanden ist.

    • Anonymous sagt:

      Nach dieser Logik dürfte es keinen Rassismus geben, denn Migration gibt es seitdem es Menschen gibt und es gibt ihn trotzdem, weil Menschen sehen, was sie sehen wollen. Sie sehen, dass das MÄDCHEN “umsonst” in den Zoo kommt, was ja gar nicht stimmt. Umsonst ist ja lediglich die Begleitperson. Sie blenden dabei die beschriebene Situation aus: Liegerollstuhl und große Taschen für die Pflegeutensilien der Tochter. Die Lebensleistung der Mutter wird in keinster Weise wahrgenommen, denn es ist ja normal und selbstverständlich, dass sich Mütter für ihre Kinder aufopfern. Übrigens habe ich neidische Kommentare auch unter Eltern behinderter Kinder erlebt, die es doch eigentlich besser wissen müssten.

  2. Anonymous sagt:

    Ich überlege mir, welcher Kommentar auf das Getuschel auch noch möglich wäre:
    – “Ach wie schön, dass wir hier für einmal Vortritt haben.”
    – “Vielleicht sitzen Sie das nächste Mal in einem Rollstuhl? Dann kommen Sie auch schneller rein.”
    – “Sind Sie im Ernst neidisch auf uns?”
    – Zu mir selbst: “Warum beisst mich dieses Getuschel?”
    – “Übrigens: Die Fahrt mit dem Rollstuhltaxi hierher hat € 23.40 gekostet.”
    – “Mir geht dieses Geflüster schlicht auf die Nerven; können Sie sich das vorstellen?”
    – “Ich lade Sie ein, mich zu unterstützen,wenn ich heute mein Mädchen saubermache.”
    – “Meine Tochter freute sich schon lange auf die Bonobos im Zoo.”
    – Zum Zoomitarbeiter: “Danke, dass Sie uns so freundlich und unkompliziert unterstützt haben.”

    Haben Sie weitere Vorschläge?

  3. Anonymous sagt:

    Neid ist wirklich eine Geißel der Menschheit. Eigentlich können einem neidische Menschen nur leid tun. Leider “belästigen” sie in der Geschichte die Mutter. Ich kenne solche Situationen persönlich. Die Frage: “Möchten Sie 24h Stunden mal mit mir tauschen?” sorgt meist für betretenes Schweigen, kosten aber immer wieder Kraft. Deshalb hoffe ich, dass die Mutter die Neider/innen einfach ignoriert hat, um die Kraft zu haben für die wirklich wichtigen Dinge: ihre Tochter und sich selbst!

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