Müssen

DAS MÄDCHEN ist bald mit der Schule fertig und steht vor dem Übergang in den Beruf.
Im Schulamt gibt es dafür extra eine Mitarbeiterin, die die Eltern und junge Leute berät.
Heute sitzen die Eltern des Mädchens bei ihr.
Sie erzählen, was sich das Mädchen wünscht, wie die Eltern es unterstützen und welche weiteren Unterstützungen sie sich wünschen.
Die Mitarbeiterin schüttelt den Kopf:
„Das kann alles überhaupt nichts werden! Das sind Träume, nicht mehr, völlig weltfremd! Ich kenne mich da aus. Ich habe auch einen Sohn mit Behinderung. Der ist inzwischen erwachsen, lebt im Wohnheim und arbeitet in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung!“
„Hmm…“, sagt der Vater.
Die Mitarbeiterin wird laut: „Sie müssen endlich in der Realität ankommen!“
„Wir müssen gar nichts!“, sagt der Vater energisch.
„…außer irgendwann sterben“, ergänzt die Mutter leise, „aber darum geht es ja hier heute nicht!“

Zwei Nixklusionsmännchen und ein großes, das wie eine Krake über ihnen steht.
Die Geschichte vorgelesen …

58 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Liebe Anitaworks,
    ich finde Ihre Verallgemeinerungen nicht im geringsten hilfreich. An wen richten Sie eigentlich Ihre Appelle? An die Eltern? An die Politik? An die Befürworter der Sondersysteme?
    In der Regel wollen Eltern für ihre Kinder das Beste. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, dass dieser kleinste gemeinsame Nenner ausreicht und Eltern hier aufhören sich gegenseitig zu belehren, weil jeder genau weiß, was für ALLE MmB richtig ist und anfangen, GEMEINSAM die gesellschaftliche Situation zu verbessern.

  2. Anonym sagt:

    Liebe Anonym (01.07.2020 00:17Uhr)

    Wie wäre es die Klassengrößen zu minimieren?

    Davon ab, was hat Dein Kommentar eigentlich noch mit dem Ausgangsthema zu tun?

    Es geht um Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
    Um die Möglichkeit sich ausprobieren zu können.

    Eine Möglichkeit, die Kindern mit Behinderung alleine deswegen genommen wird, weil sie behindert sind UND von einer Sonderschule kommen.

    Und wer sagt, dass ich andere Behinderungsformen nicht sehe?

    Findet es eigentlich jemand wirklich gerechtfertigt, dass Blinde in der Regel nur auf Internaten die Möglichkeit auf Abitur haben?
    Ähnliches bei Hörschädigung oder Taubheit.

    Haben diese Kinder kein Anrecht darauf, in der Herkunftsfamilie zu leben und vor Ort bestmöglich beschult zu werden?

    Diese Denkweise

    geht nicht – braucht Sondersystem

    ist es doch, an dem unsere Gesellschaft krankt.

    Jetzt übrigens gut zu erkennen am IPReG.
    Wo Beatmete nachweisen müssen, dass die Voraussetzungen so optimal in ihrem selbstgewählten Wohnort sind, damit sie dort leben dürfen.
    Ansonsten wird empfohlen werden, dass sie ins Heim müssen.

    Es sagt keiner, dass das Leben einfach ist.
    Aber durch separieren wird es das, VOR ALLEM für die Separierten, auch nicht.

    LG Anita
    (https://twitter.com/AnitaWorks9698)

  3. Anonym sagt:

    Antwort an Anonym 13:10.
    Als Inklusion in Deutschland eingeführt wurde da wagten viele den Wechsel von einer Sonderschule in eine Regelschule. Das Resultat war, dass viele dieser Kinder in Regelschulen Vernachlässigt wurden. Die, Integration scheiterte weil diese Pädagogen mit Absicht Inklusion nicht haben wollten. In manchen Bundesländern gingen Pädagogen auf die Straßen und plädieren Inklusion aufs, Eis zu legen.
    In den Medien konnte man grosse Überschriften lesen"behinderte Schüler kehren wieder zu Sonderschulen zurück! "
    Dass so was in den Medien gezeigt wurde ist einfach nur unfassbar und beschämend für Deutschland dass sich in die Welt humanitäre zeigt.
    Mit der Gehörlose Frau gebe ich Ihnen Recht und freue mich dass es in Deutschland diese Schulmöglichkeit gibt ebenso wie für Blinde Menschen. Früher wurden sie alle in Sonderschulen abgeschoben Sogar welche Kinder mit Dyskalkulie und Legasthenie. Da kann man schon glücklich sein dass diese gehörlosen Menschen und Blinde Menschen wenigstens in ihren Einrichtung ein Schulbuch zu Gesicht kriegen was viele Schüler Schwerpunkt geistige Entwicklung seit Jahrzehnten nie in die Hand gekriegt hatten. Die meisten Menschen mit geistiger Behinderung haben kaum ein Mitspracherecht!

  4. Anonym sagt:

    Das ist auch unsere Ansicht, aus vielerlei Erfahrungen heraus. So verlockend der Gedanke ist, dass alle Kinder wohnortnah und inklusiv beschult werden und einen Beruf nach Neigung erlernen können, durch den sie ihr Ein- und Auskommen haben, so sehr erkennen wir bei genauerem Hinschauen, Durchdenken und zu Ende denken, dass das nicht immer machbar ist, ohne neue Friktionen zu verursachen.
    Deshalb ist für uns eine Sonderbeschulung im Sinne einer spezifischen, den Erfordernissen des Kindes angepassten Bildung, kein Abschieben und keine Schonraumfalle!!! So sehr kann man Regelschulen gar nicht verändern, dass sie ALLEN behinderten Kindern wirklich gerecht werden!
    Ich finde es schon sehr abstruß, wenn ich hier immer wieder in bestimmten Kommentaren lese, wie inklusiv manche Städte/ Regionen angeblich sind, für ALLE Kinder, und dann gehören zu der Gesamtschule zwar die Schüler der Förderschule Lernen dazu, aber nicht der Sonderschule für Schüler mit geistiger Behinderung. Da frage ich mich dann, welche Wahrnehmung hat der Kommentator? Warum werden viele Menschen mit schwerer Behinderung hier einfach ausgeblendet, die doch gerade diejenigen sind, um die man sich am meisten kümmern muss?

  5. Anonym sagt:

    ich bin nicht "unsicher" in Bezug auf Inklusion, denn ich lebe mit Beeinträchtigung und Migrationshintergrund. Ich arbeite seit langer Zeit mit MmB und wir haben immer wieder Klienten, die außerhalb des "Schonraumes" nicht zurecht kommen, egal, wieviel Unterstützung es gibt und egal, wie sehr sie sich bemühen. Für diese Menschen bin ich froh, dass es Einrichtungen gibt. Der Leistungsgedanke, der hier zum Teil vertreten wird, macht mir Angst. Wenn man sich anstrengt, dann schafft man auch… Das das habe ich von meinen Klienten gelernt: Dass diese Leistungsgesellschaft nicht gesund ist und Leisten völlig überbewertet wird.

  6. Anonym sagt:

    Das ist leider öfters so in diesem Blog. Einzelne können die Meinung anderer nicht stehen lassen und unterstellen einem Ansichten und Gesinnungen, die vollkommen aus der Luft gegriffen sind. Ja, das ist unfassbar dreist. Und im selben Atemzug predigen sie Meinungsfreiheit.

  7. Kirsteneins sagt:

    Beziehen Sie sich auf: "Da, gab es bestimmt zu genüge noch solche Menschen wie Sie die zu diesem Thema Unsicherheit zeigten und vieles noch nicht nachvollziehen konnten.Ein Menschenrecht ist ein Lernprozess den ich persönlich auch durchgegangen bin"? Wir können darin keinen Vergleich mit Rassisten erkennen (einen solchen würden wir hier auch nicht veröffentlichen).

  8. Anonym sagt:

    Liebe Kommentatorin vom 30.06.20,08:49:00

    In Schulklassen unterrichtet man nicht mit einem Betreuungsschlüssel 1:3, sondern z.B. 1:28. So war es bei mir zum Beispiel, als ich eine Klasse mit 2 Inklusionskindern unterrichtete.
    Übrigens habe ich auch vier Kinder, möglicherweise noch verschiedener als Ihre. Das ist sehr schwierig, das ist gar keine Frage, nicht zuletzt auch, was die Beschulung und weitere Ausbildung angeht. Übrigens war für mich das Unterrichten der Inklusionskinder auch eine schwierige Sache, denn es war gleich meine allererste Klasse. Trotzdem habe ich es gerne gemacht und mich sehr eingesetzt für die beiden. Aber ich verstehe meine KollegInnen! Schulische Inklusion ist sehr schwer umzusetzen! Überhaupt wird landläufig unterschätzt, was Unterrichten heißt, und ich rede dabei , wie gesagt, von einem Betreuungsschlüssel 1:28!
    Mein jüngstes Kind hat eine Sonderschule GE besucht. Wir brauchen Sonderschulen für manche Schüler. Wenn jemand blind ist und auf eine Schule für Sehbehinderte geht, sage ich ja auch nicht zu ihm, der Schüler x mit Hörbehinderung ist auf der Regelschule und das klappt, also musst du auch dahin. Behinderungen sind so extrem verschieden, dass man nicht von vorn herein sagen kann, für alle ist die Regelschule das Richtige.Wenn es für Ihre Kinder so ist, dann ist das doch gut.
    Warum wird hier kaum gesehen, dass es auch ganz andere Einschränkungen gibt als Autismus und Lernbehinderungen?

  9. Anonym sagt:

    Unfassbar dreist mich mit Rassisten zu vergleichen, weil ich eine andere Meinung vertrete.

  10. Anonym sagt:

    Warum nur lese ich hier so viel "Whataboutism"?

    Liebe/r Anonym vom 27.06. 12:05 Uhr

    das Argument
    "Wer nie mit großen
    Kindergruppen stundenlang gearbeitet hat, kann doch nicht allein das Sagen haben, was andere zu tun und zu lassen haben!"

    habe ich ähnlich gehört, von Tagesgruppenmitarbeitern.
    Sie hätten ja mehr als ein Kind.
    Betreuungsschlüssel 1:3
    Ich habe vier autistische Kinder und sie sind, wie wohl alle Kinder, sehr unterschiedlich.
    Noch dazu sind sie unterschiedlich alt.

    Aber mal ehrlich,
    mir fehlt hier nur noch die Aussage, dass das "Leben kein Ponyhof" (RW) ist.

    Wenn egal welche Ausbildung und/oder Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt abgewiegelt wird, weil man Arbeitgeber nicht belasten dürfe oder diese das nicht wöllten, dann hat das Geschmäckle.

    Ähnlich übrigens, wie eine Lehrkraft die davon ausgeht dass ein Autist die gymnasiale ohne Schulbegleitung zu schaffen hat.

    Schließlich *"führe man ja nicht zum Abitur um damit in die Werkstatt zu gehen"*.

    Dieser Lehrkraft war es vollkommen unbekannt, dass man auch ne Begleitung im Studium haben kann.
    Dieser Lehrkraft war es weiter vollkommen unbekannt, dass mit Begleitung für "Alltagsgedöns" an anderer Stelle wichtige und gute Arbeit geleistet werden kann.

    Stephen Hawking wurde genannt.
    Er hatte das Glück, dass die ALS sich erst spät in allen Auswirkungen zeigte.
    Er durfte zeigen, was er zu leisten im Stande war.

    Vielen MmB wird diese Möglichkeit von vornherein genommen.
    Weil irgendein Bedenkenträger bereits vorher *weiß*, dass man die gewöhnliche Gesellschaft nicht damit belasten "darf".

    Und Sonderschulen "impfen" dieses "Wissen" den Eltern behinderter Kinder schon sehr früh ein.

    Jedes Elter, dass sich dagegen wehrt wird als störend empfunden und wird als Querulant verschrieen.

    Ihr Befürworter der Sondersysteme gebt den Kindern *KEINE* Chance.

    Inklusion ist Menschenrecht.
    Wenn die Gruppen zu groß sind, schafft kleinere.
    Schafft Lern- und Erfahrungsräume mit / in den Regelschulen mit der nichbehnderten Peergroup.
    Setzt Euch dafür ein, dass sich dies auch in der Arbeitswelt fortsetzt.

    Und hört auf, bereits von vorne herein zu "wissen" was ein MmB kann oder nicht.

    LG Anita
    /https://twitter.com/AnitaWorks9698)

  11. Anonym sagt:

    Das ist so, das denke ich auch oft, wenn ich hier einzelne Kommentare lese.

  12. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 23:31 Wer bitteschön schreibt denn hier dass die behinderte Menschen es leicht haben. Aber, wer nicht versucht und den ersten Schritt nicht macht wird auch keine Lebenserfahrung sammeln können. Das macht uns doch als Menschen aus! Die Misserfolge gehören auch dazu.
    Stellen Sie sich aber vor das MÄDCHEN hätte ein Ausbildungsplatz gekriegt. Entweder hätte sie mit Erfolg die Ausbildung geschafft, oder sie hätte wie jeder dritte nicht behinderte Jugendlicher in Deutschland die Ausbildung nicht geschafft. Wäre das ein Untergang? Oder würde es als Lebenserfahrung zählen?
    Dass es strenge Aufnahmekriterien gibt bei der Zulassungsstelle für Ausbildung und Studium dass Wissen wir alle. Deswegen ist es wichtig was zu ändern. Ich kenne übrigens keine Eltern deren Kind auf eine Sonderschule war und den Anspruch hatten dass ihr Kind Medizin studieren soll. Die meisten kämpfen in Sonderschulen damit ihre Kinder auch mal ein Schulbuch zu Gesicht bekommen.. Die meisten geben nach einer Weile auf weil sie gegen Windmühlen kämpfen.

  13. Anonym sagt:

    Inklusion ist wichtig, damit auch der Flüchtling ein Abschluss schaffen kann, eben von anderen Kindern zu lernen. In Hamburg hatte man dieses System des Abschiebens abgeschafft. Gesamtschulen, Hauptschule, Realschulen und Förderschulen Schwerpunkt Lernen wurden zu einer einzigen Schulform,namens Stadtteilschulen. So haben es Flüchtlingskinder auch leichter und müssen sich nicht noch mit Versetzungen(Abschieben) aus einer Schulform in die andere noch auseinandersetzen.

  14. Kirsteneins sagt:

    DANKE fürs Erwähnen sagt der Illustrator dieses Blogs mit drei dicken Smilies!

  15. Anonym sagt:

    Es ist so der Gedanke, dass es jedes Kind ohne Handicap ganz leicht hat bei Ausbildung oder Studium. Aber so einfach ist es nicht. Arbeitgeber suchen sich ihre Auszubildenden aus, und da gelten nicht immer faire Auswahlkriterien. Die Universitäten, die Hoch- und Fachschulen haben Zutrittskriterien bzw. den Numerus Clausus. Unendlich viele Ausbildungs- bzw. Studienversuche hat auch nicht jedes Kind. Jedenfalls kein Kind, das auf staatliche Förderung (Schüler-Bafoeg, BAB, Bafög) angewiesen ist. Da wird zeitig ausgebremst.

  16. Anonym sagt:

    Wer hilft denn dem kleinen Hauptschüler, dem Flüchtlingskind, der mit vollem Eifer Hauptschulabschluss geschafft hat. Das Kind hätte mehr erreichen können. Aber dann wurde die "Sprachklasse" gestrichen, weil Kinder von Kindern lernen. Inklusion eben.

  17. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 12:05 Sie haben nicht verstanden was Inklusion bedeutet.Inklusion bedeutet dass die Gesellschaft sich an die behinderte Menschen anpassen soll.
    Mein Kind besuchte die Grundschulzeit eine Sonderschule mit Kleingruppen. Diese Kleingruppen(Schonraum) die sie so loben sind nichts anderes als SCHONRAUMFALLEN. In den meisten Sonderschulen Schwerpunkt geistige Entwicklung unterrichtet eine einzige Sinderpädagogin eine Klasse. In jeder dieser Klassen sind vier Jahrgänge untergebracht. Der Grad der Behinderungen und die Behinderungen sind unterschiedlich.Die meisten Kinder haben Schwierigkeiten sich untereinander zu verstehen. ES IST NICHT MACHBAR diesen Kinder in der Förderung gerecht zu werden. Die Kinder werden dadurch um ihre Bildung gebracht. In den meisten dieser Einrichtungen(Schonraumfallen) erhalten die Kinder nicht Mal Schulbücher oder Arbeitshefte. Wie sollen diese Menschen von einem Beruf träumen wenn ihnen diese Chance WEGGENOMMEN wird! So viel zu Kleingruppen! NICHT ALLE Kinder in Sonderschulen liegen apathisch in Rollstuhl(soll keine Beleidigung sein.
    In der Sonderschule meines Kindes erklärten die Sonderschullehrer den Eltern die Anspruch hatten dass ihr Kind zur Bildung kommen soll, dass sie von ihren Träumen in die Realität kommen sollen( ähnlich wie die Mitarbeiterin in der Geschichte) . Ihre Kinder werden nie aufgrund ihrer Behinderung das Lesen lernen. Mein Kind kam nach der Grundschulzeit auf eine Regelschule und kann jetzt lesen, schreiben und rechnen.
    Ich erinnere mich noch SEHR GUT an die Zeiten bevor Inklusion in Deutschland ein Wort war, als Sonderpädagogen auf die Strassen und auf den Schulhof meines Kindes in den Sonderschule demonstrierten. Die meisten beschwerten sich über die miserablen Schulbedingungen in Sonderschulen. Als vor 10 Jahren die UN Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten ist,und das, Wort Inklusion in Kraft getreten ist, da hielten plötzlich alle die Füße still unter dem Tisch. Und warum? Weil sie Angst hatten dass die Sonderschulen abgeschafft werden. Kann mich noch SEHR GUT daran erinnern als wir Eltern den ersten Brief zu diesem Thema erhielten, wo die Sonderpädagogen in Elternratgespräche aufs höchstniveau jammerten, ihre Bedenken äußerten. Sie hatten Angst dass, wenn die Sonderschulen abgeschafft werden, sie von einer Regelschule zur anderen pendeln müssten um die Schüler mit erhöhtem Förderbedarf zu betreuen. Dass die behinderte Kinder jeden Tag manche sogar drei Std in Bussen sitzen müssen dass war ihnen nicht wichtig. Hauptsache den Pädagogen soll es gut gehen!
    Bevor Sie ein Lobgesang auf Sonderschulen und Kleingruppen schreiben, informieren Sie sich bitte darüber.
    Dass die Mitarbeiterin so frech mit den Eltern reagiert hat ist einfach unverschämt. Aber, sie hat vielleicht so empört reagiert weil sie dass Sonderschulsystem sehr gut kennt wo vielen Kindern nicht mal die Stifthaltung beigebracht wird. Dann ist es kein Wunder!

  18. Anonym sagt:

    Sehr schöne Beispiele. Lieben Dank!
    Stephen Hawking hätte man in Deutschland vermutlich in eine Ecke in ein Heim abgeschoben.

  19. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 13:16 ich finde es völlig in Ordnung dass Förderschulen verteufelt werden sollen. Inklusion, die UN Behindertenrechtskonvention, ist ein Menschenrecht und kein Obstsalat wo man sich nur das rausholen kann was man will.
    In Berlin demonstrieren die Menschen zur Zeit gegen Rassismus. In den 60 er Jahren demonstrierte die afroamerikanische Bevölkerung in USA für ihre Rechte, für ihre Inklusion. Da, gab es bestimmt zu genüge noch solche Menschen wie Sie die zu diesem Thema Unsicherheit zeigten und vieles noch nicht nachvollziehen konnten. Ein Menschenrecht ist ein Lernprozess den ich persönlich auch durchgegangen bin. Ich habe bei meinem behindertem Kind gelernt dass Inklusion machbar ist, wenn man die richtigen Menschen um sich hat die auch Ahnung haben was Inklusion bedeutet.

  20. Anonym sagt:

    Ich bin so wütend!! Natürlich ist das in Deutschland möglich! Es gibt auch Models, Schauspieler, Stadtführer, Menschen mit Behinderung die in ihrem Betrieb die Führungen machen, Führerscheininhaber und Illustratoren eines Blogs.

  21. Anonym sagt:

    "Warum kann nicht einfach zu Kenntnis genommen werden,.." klingt für mich jetzt genauso wie die Beraterin im Gespräch…

  22. Anonym sagt:

    Zum einen sind es längst nicht die meisten Kommentare, in denen genaueres zu der Einschränkung des Mädchens erfragt wird,zum anderen kann ich Ihre sämtlichen Mutmaßungen nicht nachvollziehen.
    Jeder weiß heute, dass jungen Menschen mit Behinderungen neue Wege eröffnet werden, und dass das durchaus in manchen Fällen mit bestimmten Rahmenbedingungen auch klappt. Nun müssen die Rahmenbedingungen so unterschiedlich sein wie eben die Behinderungen oder Beeinträchtigungen auch. Schon darin liegt ein riesengroßes Problem für diejenigen, die Inklusion umsetzen sollen. Was für den einen Menschen mit Behinderung die richtigen Bedingungen sind, ist für den anderen vollkommen unpassend. Manche brauchen Rahmenbedingungen, die nur mit einer Kleingruppe unter 10 Personen vereinbar sind, usw.
    Aber das alles darf man wohl gar nicht äußern.
    Ich erkenne hier nirgends Überheblichkeit, genauso könnte ich manchen anderen Kommentatoren Überheblichkeit vorwerfen.
    Wer Inklusion umsetzen soll, hat auch was mitzubestimmen, er hat Fachwissen, da er ja täglich stundenlang damit konfrontiert ist, was machbar ist und was nicht. Wer nie mit großen
    Kindergruppen stundenlang gearbeitet hat, kann doch nicht allein das Sagen haben, was andere zu tun und zu lassen haben!

  23. Anonym sagt:

    Und hier ein Paar Beispiele, was Menschen mit einer Behinderung alles werden können:
    Mannequin, Australien:
    http://www.madelinestuartmodel.com/
    Wettervorhersage, Frankreich:
    https://kurier.at/leben/melanie-segard-ist-die-erste-wetter-lady-mit-down-syndrom/250.246.811
    Lehrer, Spanien
    https://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Pineda
    Dolmetscherin, Japan
    https://de.wikipedia.org/wiki/Aya_Iwamoto
    Also wenn ich jetzt mal „realistisch“ wäre, würde ich sagen, so etwas ist in Deutschland immer noch nicht möglich. Woran das wohl liegt?
    Sicherlich hatten diese Menschen nicht so eine „Beratung“ wie in der obigen Geschichte!

  24. Anonym sagt:

    Die meisten, die hier kommentieren, möchten also genauestens wissen *WAS* der Berufswunsch des Mädchens ist.

    Warum eigentlich?
    Will hier jemand überlegen, ob der Berufswunsch gerechtfertigt ist?
    Auf welcher Basis eigentlich?

    Warum kann nicht einfach zur Kenntnis genommen werden, dass dieser Art Gespräche in 90% der Fälle so laufen.
    Das nicht BEraten sondern aus Prinzip ABgeraten wird.
    Weil der beratenden Person das Vorstellungsvermögen dafür fehlt, dass heute Dinge auch anders gemacht werden können.

    Ich fass das einfach nicht, wie die Überheblichkeit hinter der Sorge um das Mädchen versteckt wird und den Eltern Profilierungssucht unterstellt wird.

    LG Anita
    (https://twitter.com/AnitaWorks9698)

  25. Anonym sagt:

    Was so verstörend für mich hier ist, ich bin nur eine ganz normale private Person, die als Cousine und Patentante von zwei Kindern mit Lernschwierigkeiten, mit ihren eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen als altmodische unbelehrbare "Sonder" was auch immer abgekanzelt werde…..wobei das kein Schimpfwort sein muss.

  26. Anonym sagt:

    Ich finde nicht das mit dieser Geschichte alle Berater und Vermittler der Behörden verteufelt werden. An den Pranger gestellt werden aber sogenannte Beratungsgespräche, die man eigentlich eher Bevormundungsgespräche nennen sollte.
    Ähnliche Gespräche mußte ich führen, als mein Sohn inklusiv in Kindergarten und Schule gehen sollte. Mein Sohn ist mittlerweile sehr glücklich in der inklusiven Beschulung. Zum Glück sind nicht alle Professionelle so furchtbar drauf. Es gibt aber auch solche wie oben in der Geschichte und das muß man auch benennen können.

  27. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 21:08 es geht in diesen Blog um Meinungsfreiheit. Manche hier kommen nicht so gut klar mit dem emotionalen Sprachstil der anonymen Kommentatoren. Manche beschweren sich dass es nicht sachlich zugeht. Ich behaupte das Gegenteil. Diese Mischung aus emotionalen Sprachstil(was inzwischen mehr und mehr Politiker in ihrem Sprachstil in ihren Reden mehr und mehr benutzen) und sachlichen Sprachstil macht diesen Blog so beliebt. Eine ähnlicher Blog ist die Internetseite für Lehrer news4teachers.de. Da diskutieren oder wie sie es nennen streicheln sich die Köpfchen anonyme Lehrer. Ich finde beide Seiten super. Sie bringen mich als Mutter in die harte Realität und zeigen mir immer wieder wie weit wir zum Thema Inklusion sind.(Kotz!)
    Wenn Ihnen die Meinungen der Eltern hier nicht gefallen dann wechseln Sie auf die Seite der Lehrer(nur ein Vorschlag).

  28. Anonym sagt:

    Warum gehen Sie davon aus, dass diese Kinder die Flucht ergriffen haben und sich die Lehrer nicht bemüht hätten? In den USA gibt es eine Hochschule AUSSCHLIESSLICH für Gehörlose. und das finde ich vollkommen in Ordnung. Menschen haben sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Warum ist es so inakzeptabel, dass sich eine gehörlose junge Frau unter Gehörlosen wohler fühlt?

  29. Anonym sagt:

    Das frage ich mich auch immer wieder. Der Zorn richtet sich hier grundsätzlich gegen die Repräsentaten der Institutionen und klammert völlig das System aus. Deutsche Arbeitgeber tun sich mächtig schwer einen Menschen mit Behinderung einzustellen. Das ist die traurige Realität, was die Beraterin in dem Gespräch offensichtlich unpassend vermittelt hat. Nachfragen ist grundsätzlich unerwünscht. Es gibt nur schwarz oder weiß. Wer Inklusion befürwortet, muss Förderschulen verteufeln. Das ist mir zu einfach.

  30. Anonym sagt:

    So ganz allgemein gefragt, geht es im Blog um austauschende Diskussion oder um gegenseitiges Köpfchenstreicheln und die Bestätigung, wie doof alle sind, die Rückfragen haben oder in der Realität hier und heute leben. Man kann die Berater und Vermittler der Behörden verteufeln, aber auch sie können nur Ausbildungs- und Arbeitsplätze vorschlagen, die real vorhanden sind.

  31. Anonym sagt:

    Ja, so in der Art: Die Lehrer/Sonderpädagogen/Betreuer etc. sollen machen, was ICH WILL.Wir Eltern dagegen "müssen gar nichts".

  32. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 14:18 ich finde es schön dass sie sich unter"Behinderte '"Menschen wohl fühlen.
    Die gehörlose Frau und andere Kinder mit Lernschwierigkeiten hätte sich auch in einer Regelschule wohl gefühlt wenn sie die Bedingungen gehabt hätten. Man muss sich fragen, was Taten die Pädagogen? Haben sie tstenlis zugesehen und sich gefreut dass sie ein "Problem. Kind" los werden? Was spricht dagegen dass so zu gestalten damit jedes Kind da glücklich ist(sprich Rückzugsmöglichkeiten, Akzeptanz, Toleranz usw) Mein schwerstbehindertes Kind hat solch eine Regelschule besucht wo es dies erlebt hatte. Die Kinder haben sich gegenseitig nicht gemobbt auch wenn manch einer Lernschwierigkeiten hatte.So etwas hätte kein Lehrer in der Schule zugelassen.
    Es gibt in Deutschland in Niedersachsen die sogenannten Koopklassen wo die Kinder mit Lernschwierigkeiten in Kleingrupoen reinkommen und dort den Unterricht, ihre Arbeitsbläter in Ruhe nacharbeiten können. Also, es geht wenn man will! Man muss nicht die Kinder mit erhöhtem Forderbedarf in die Situation bringen die Flucht zu ergreifen.
    Und ja, ich kenne auch welche Kinder die sich weder in einer Sonderschule noch in einer Regelschule wohl gefühlt hatten. Es war für diese Kinder als ob sie die Cholera gegen die Pest und andersrum getauscht hätten.
    Die Aufgabe der Pädagogen und solch einer Mitarbeiterin wie oben in der Geschichte ist es Brücken zu bauen damit jeder in der Gesellschaft akzeptiert wird.

  33. Anonym sagt:

    Bis auf die erste Frage ist meine Antwort auf Ihre Fragen ein einfaches nein, aber gerne erkläre ich Ihnen, was ich meine: Ich kenne eine gehörlose junge Frau, die in der Oberschule die Schule gewechselt hat, weil sie es einfach anstrengend fand, ausschließlich unter Hörenden, die wenig Rücksicht auf sie genommen haben. Ich kenne Kinder mit Lernschwierigkeiten, die es unangenehm fanden, an der Regelschule das Schlusslicht zu sein. Letztendlich machen die kleineren Klassen wohl den Unterschied, die ich mir ALLE Schulen wünsche.
    Es gibt Menschen, die sich in Werkstätten wohlfühlen und für andere ist es die Hölle. Wichtig ist, dass der Mensch sich wohlfühlt.
    In meinem Bundesland hat sich eine Förderschule für "Nichtbehinderte" geöffnet und das kam sehr gut an. Ich bin übrigens als "Behinderte" sehr gerne mit Menschen zusammen, die die gleiche "Behinderung" haben.

  34. Anonym sagt:

    da muss ebenso wenig stehen…

  35. Anonym sagt:

    Erstmal vielen Dank an die Autorinnen für den tollen Blog. Ihr schafft es mit Euren Geschichten den Finger auf die Wunden zu legen!

    Und jetzt zu der Geschichte oben. Es ist vollkommen irrelevant, was das Mädchen eigentlich will, um den Sinn der Geschichte zu verstehen. Die Mitarbeiterin des Schulamtes hat Beratung zu leisten und nicht die Eltern und die junge Frau klein zu machen. Das die Mitarbeiterin als Maßstab dann ihr eigenes Kind heranzieht, macht das Ganze noch unverschämter. Genauso könnte sie sagen, „wissen sie mein Kind hat das Abitur nicht geschafft, also schafft Ihr Kind auch nicht das Abitur“. Würde sie das sagen, würden wir ALLE protestieren. Wenn man das aber zu einer vermutlich geistig behinderten jungen Frau sagt, dann soll das in Ordnung sein?
    Mein Sohn hat auch den Förderschwerpunkt GE. Als er in die Sonderschule kam, wurde gleich in der 1. Woche von der Sonderschullehrerin geweissagt „ihr Kind wird nie mehr sprechen lernen“. Ich wechselte die Schule in die Inklusion. Und mein Sohn hat Sprechen gelernt (natürlich auch deswegen, weil ich ihn über die Jahre sehr gefördert habe). Als er in die 5. Klasse kam, sagte die Regelschulenglischlehrerin, das Englisch bei meinen Sohn keinen Sinn machen würde. Zum Glück hat sie sich nicht durchgesetzt. Heute sucht mein Sohn im Internet mit englischen Begriffen nach Dingen, die ihn interessieren. Er hat verstanden das man mit Englisch mehr Treffer erhält. Er ist daran gewachsen, weil man ihm Dinge zugetraut hat.
    Wäre er auf der Förderschule geblieben, hätte er sich nicht so erfreulich entwickelt.
    Ich weiß, er wird nie ohne Hilfe im Leben klarkommen. Das soll mich aber nicht davon abhalten, ihm Wege aufzuzeigen, statt sie ihm zu verbauen. Und darum geht es auch in der Geschichte. Die Mitarbeiterin hätte versuchen sollen Möglichkeiten und Schwierigkeiten im Gespräch auszuloten. Leider ist diese Geschichte ein Beispiel wie viele sogenannte „Beratungsgespräche“ ablaufen, die diesen Namen nicht verdienen.

  36. Anonym sagt:

    An Alle, die es immer noch nicht verstanden haben, worum es hier geht.
    Es geht darum, dass dem Mädchen die CHANCE gegeben wird ihren Berufstraum nachzugehen.
    Kein Mitarbeiter einer Studiumzulassungsstelle würde einem Jugendlichen, der eine vier in der Physikabinote hat und den Wunsch äußert Physik zu studieren mit dem Satz entgegenkommen :
    „Das kann alles überhaupt nichts werden! Das sind Träume, nicht mehr, völlig weltfremd! Ich kenne mich da aus. Ich habe auch einen Sohn der sein Studium abgebrochen hat. Der ist inzwischen erwachsen, lebt im Wohnheim und arbeitet in einem Betrieb
    Dann wird die Mitarbeiterin laut: „Sie müssen endlich in der Realität ankommen!“

    An alle Befürworter der Behinderteneneinichtungen, die die Meinung vertreten dass ein behinderter Mensch NUR IN EINER BEHINDERTENEINRICHTUNG integrierbar ist und diese noch befürworten kann ich folgendes fragen:Dürfen behinderte Menschen nicht auch mal was anderes sehen und erleben als nur behinderte Menschen um sich herum? Sind diese Menschen von der Gesellschaft verflucht ein Leben lang nur mit Behinderungen und Krankheiten konfrontiert zu werden? Nur weil jmd behindert auf die Welt gekommen ist darf es nicht was anderes sehen?
    Viele behinderte Menschen sind schon im Kindesalter durch die Sonderschulen und später in den Werkstätten, Tagesförderstätten, Wohnheime ausgegrenzt. Deren Eltern sind ausgegrenzt.
    Ich persönlich habe es bei meinem Kind und Bekanntenkreis erlebt dass man in einer Parallelgesellschaft dadurch lebt. Die Kinder kommen nach Hause und wenn sie ihre Freunde in Sonderschulen erleben dann unterhalten sie sich sehr oft über deren Krankheiten, Probleme der anderen. Die meisten behinderte Kinder sind nur unter sich. Sie haben schon Probleme mit den Behinderungen anderer behinderter Kinder klar zu kommen. Sonderschullehrer haben schon Probleme die behinderte Kinder zu verstehen!Die meisten behinderte Erwachsene wenn sie nach der Arbeit in einer Behinderteneinrichtung kommen dann treffen sie in Wohnheime wieder auf Menschen mit Behinderungen. .
    Viele Eltern sind ebenfalls meistens isoliert weil der Freundeskreis im Laufe der Jahre sich mehr und mehr zurückzieht, weil man durch viele Krankenhausaufenthalte mit dem behinderten Kind kaum noch Zeit hat Freundschaften zu pflegen. Durch die Sonderschulen pflegt man dann Kontakt wieder zu Eltern die ebenfalls ein Kind mit Behinderung haben. Es ist ein Teufelskreis aus dem man jahrelang nicht rauskommt!
    Ich persönlich finde den Ton und die Art und Weise wie die Mitarbeiterin mit den Eltern spricht einfach UNVERSCHÄMT
    Ist es nicht nachvollziehbar dass die Eltern für ihr Kind kämpfen dürfen?
    Klar, dass viele behinderte Menschen bei der Frage:Magst du solche Behinderteneinrichtungen!? antworten würden mit Ja!
    Kann es auch was anderes antworten? Es kennt ja schließlich auch nur diese!
    Dass die meisten behinderte Menschen in Wohnheim nicht mal das Recht haben zu entscheiden ob sie an einem Tag einen Apfel oder, Banane essen dürfen, oder mal spontan Pfannkuchen essen dürfen dass interessiert niemanden. Stellen sie sich vor jmd entscheidet was sie jeden Tag essen dürfen, und das Tag für TaG für Tag! Aber, die behinderten Menschen sollen gefälligst die Klappe halten und noch dankbar sein, oder?(ähnlich wie die Eltern oben in der Geschichte)

  37. Anonym sagt:

    Antwort an Anonym 7:14
    Was verstehen Sie unter behütet Förderschule? Befinden wir uns im Krieg mit den Regelschulen? Mein behindertes Kind ging auf eine Regelschulen. Vertreten Sie die Meinung dass den Pädagogen in Regelschule die emotionale Intelligenz(Menschlichkeit) fehlt? Ist die emotionale Intelligenz nur an einem Ort(Sonderschule) fest verankert? Ist eine emotionale Intelligenz nur durch ein Sonderlehramtstudium erreichbar?

  38. Anonym sagt:

    Sehr geehrte Frau/Herr Anonym 07:58,

    zu Ihrem Beispiel: LRS und Dyskalkulie sind Teilleistungsschwächen und haben keinen Einfluss auf die Merkfähigkeit, Auffassungsgeschwindigkeit oder das schlussfolgernde Denken, was nach der 7-Faktoren-Theorie von Thurstone unter anderem "Intelligenz" definiert. Ebenso hat die Diagnose "Autismus" unbedingten Einfluss auf die Intelligenz. Deshalb verstehe ich in diesem Zusammenhang Ihr Beispiel nicht. Denn ich arbeite mit Menschen mit Lernschwierigkeiten (Selbstbezeichnung). Die Fremdbezeichnung oder medizinische Diagnose ist "Lernbehinderung". Meine Klient*innen haben eine geringe Merkfähigkeit, brauchen viele Wiederholungen, können komplexe Sachverhalte oft nicht verstehen und es ist ihnen nicht möglich gelerntes Wissen anzuwenden. Deshalb machen sie eine theoriereduzierte Ausbildung ("Fachpraktiker*in") und können mit dieser auf dem 1. Arbeitsmarkt tätig werden. Unsere Auszubildenden werden sehr umfassend unterstützt. Sie erproben nach eigener Auswahl verschiedene Berufsfelder.
    Kein Mensch, egal ob "behindert" oder "nicht behindert" wird auch mit der richtigen Unterstützung alles schaffen, was er sich vorstellt. Ich lebe übrigens selbst mit einer einschränkenden Beeinträchtigung. Warum wird Beratung immer mit Bevormundung gleichgesetzt? Ich mache Vorschläge, kann aber die Gegenseite nicht zwingen, sie umzusetzen. Und das will ich auch gar nicht.

  39. Anonym sagt:

    Das haben Sie sehr gut auf den Punkt gebracht. Hier gibt es nur schwarz oder weiß, gut oder schlecht. Für das eine Kind ist die Beschulung in der Regelschule perfekt, ein anderes braucht die behütete Förderschule. Na und? Am wichtigsten ist doch, dass die Kinder glücklich sind und dass es die Wahlmöglichkeit gibt, also keiner gezwungen wird. Hier ist aber in der Regel von den Wünschen und Vorstellungen der Eltern die Rede.

  40. Anonym sagt:

    Da verstehen Sie mich falsch. Natürlich muss man die Wünsche jedes Menschen ernst nehmen, das steht für mich gar nicht zur Debatte. Trotzdem sind Behinderungen und Einschränkungen oft so grundverschieden, dass man diese Schüler überhaupt nicht über einen Kamm scheren kann. Genau das soll dann doch wieder gemacht werden, nach dem Motto, jedes Kind auf die Regelschule, denn Sonderschulen sind Schonraumfallen, und jedes Kind auf den freien Arbeitsmarkt, was anderes, nämlich Werkstatt, oh Schreck,das geht ja gar nicht.
    Mein Kommentar bezieht sich unter anderem auf einen Kommentar von oben, in dem von einem Autisten mit LRS und Dyskalkulie die Rede ist.So ein Kind haben wir auch, und es machte mit unserer Unterstützung einen ähnlichen Weg. Ja, es war auch sehr, sehr schwierig, stressig und langwierig ,und wir mussten uns recht gut auskennen, sonst wäre unser Kind nicht so weit gekommen.
    Und wir haben ein Kind mit sehr schwerer Behinderung, und das ist nochmal was ganz anderes! Wir schätzen übrigens, was wir am Förderbereich einer guten Werkstatt haben.

  41. Anonym sagt:

    "Es ist doch ein Riesenunterschied, ob es sich hier um ein Kind mit Autismus, Dyskalkulie etc. dreht, oder zum Beispiel um ein Kind mit einer schweren geistigen Behinderung."

    Oh nein, das macht überhaupt keinen Unterschied! Egal,ob Dyskalkulie oder weitgehende Intelligenzminderung – in jedem Fall gehören die Wünsche des jungen Menschen ernst genommen und in einem Beratungsgespräch nicht dermaßen herabgewürdigt! Das ist eine Grundbedingung der Beratung – völlig unabhängig davon ob oder welche Einschränkung ein Klient hat.
    Der Job der Beraterin ist es zunächst den Lebens- bzw. Arbeitstraum des jungen Menschen zu akzeptieren.
    Im zweiten Schritt ist es ihre Aufgabe dann gemeinsam mit dem Klienten und dessen Eltern, Chancen auszuloten Schwierigkeiten zu besprechen und das immer mit dem Ziel realisierbare Wege zu entwickeln.
    Falls die Beraterin dazu nicht bereit oder fähig ist, sollte sie sich schlicht einen anderen Job suchen.
    Übrigens gehe auch ich davon aus, dass es sich bei der Klientin um eine junge Frau mit weitreichenden kognitiven Einschränkungen handelt. Denn nach meiner Erfahrung kommen solch engagierten Eltern nur dann und nur deswegen alleine zu Besprechungsterminen, weil ihren Kindern die Fähigkeit zu reflektierenden und abstrakten Gesprächsrunden komplett fehlt.

  42. Anonym sagt:

    Es gibt für ALLE Schüler der GMS ein solches Gespräch mit einer Beauftragten des Schulamtes? Echt?

  43. Anonym sagt:

    Das ist ziemlich plumpe Kritikabwehr. Sagen Sie das auch in der Rassismusdebatte: "Halt Dich fern von Menschen mit anderen Hautfarbe, denn egal wie Du Dich verhältst, ist es falsch"? Es ist nicht egal, denn jeder kann dazu lernen, wenn er/sie es WILL. Immer und jeden Tag.

  44. Anonym sagt:

    Ich grübel seit gestern, warum wir unbedingt wissen müssen, was das Mädchen genau will? Weil wir (Experten) ihr das unbedingt ausreden müssen, weil unrealistisch, unerreichbar etc.? Was bilden wir uns denn dann ein? Lebensträume "korrigieren" zu dürfen? Ja, mit "Behinderten" darf man alles. Dass ihre Träume und Wünsche nicht zählen, davon können viele (und ihre Eltern) ein Lied singen. Und tun es ja auch hier in den Kommentaren immer wieder. Gehört werden sie nicht, auch hier nicht.

  45. Anonym sagt:

    Die Wünsche des Mädchens müssen ernst genommen werden! Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Aber!! Wo ist das Mädchen? Ist es bei diesem Gespräch überhaupt dabei? Oder entscheiden die Eltern über deren Kopf hinweg – als Experten für
    ihr Kind?
    Wie anders verläuft ein Gespräch, wenn das Mädchen seine Vorstellungen einbringen kann:
    – das ist mein Lebenslauf
    – Praktika habe ich dort und dort absolviert
    – hier mein Zeugnis, mein Stärkeprofil
    Solche Vorbereitungen werden bei uns (Koop. Organisation in Gemeinschaftsschule) mit allen Schülern in der Schule gemacht.

  46. Anonym sagt:

    Trotz allem ist es so, da aus bestimmten, partiell nachvollziehbaren Gründen, hier manche Infos weggelassen werden, kann man letztendlich nicht über die Geschichten reden. Man kann höchstens zustimmen: Oh, wie schlimm!
    Es ist doch ein Riesenunterschied, ob es sich hier um ein Kind mit Autismus, Dyskalkulie etc. dreht, oder zum Beispiel um ein Kind mit einer schweren geistigen Behinderung. Ich gehe davon aus, dass es sich hier schon um ein Kind mit schwerer Behinderung geht, sonst hätte die Beraterin nicht auf Werkstatt bestanden!
    Sonst hätten ja die früheren Hilfen, die die engagierten Eltern ergriffen haben, ganz anders geholfen!

  47. Anonym sagt:

    Das sehe ich auch so. Wir erfahren nicht, welche Vorstellungen und Wünsche das Mädchen und die Eltern haben. Wir erfahren gar nichts über die Hauptperson, das Mädchen. Wir wissen nicht, wie eingeschränkt es ist. Wie können wir dann die Antwort der Beraterin werten?

  48. Anonym sagt:

    Sie muss das Mädchen unterstützen, das ist richtig, aber nicht nach genauen Wunschvorstellungen der Eltern, sondern im Rahmen der Möglichkeiten, die bestehen. Es gibt zu wenig Alternativen zur Werkstatt. Und die wenigen Alternativen sind oft als zeitlich begrenzte Projekte ausgelegt. Wenige Betriebe lassen sich auf Mitarbeiter mit Beeinträchtigung ein. Vielleicht mal ein unbezahltes Praktikum. Das ist das Problem.

  49. Fan des Illustrators sagt:

    Die Berufswünsche des Mädchens müssen hier nicht konkret benannt werden.
    Es geht darum, dass die Wünsche des Mädchens ernst genommen werden und Ausgangspunkt für die Beratung sind!
    Wir erleben gerade, wie unsere Tochter über sich hinauswächst, weil sie tun darf, was sie tun möchte.

    Geniale Illustration!

  50. Anonym sagt:

    Für mich hat der Blog seinen Zweck erfüllt. Ich habe gelernt "ein Mensch mit besonderen Bedürfnissen in der Nähe…..halt dich fern", denn egal wie du dich verhältst, es ist falsch.

  51. Unknown sagt:

    Sehr geehrte Frau/ Herr Anonym,

    als Mutter zweier besonderer Kinder und berufstätige Frau im Bereich Kinder und Jugendhilfe/Gesundheitswesen kann ich sagen, ihre Aussage ".. Ein Mensch mit großen Lernschwierigkeiten wird eine Ausbildung zum IT Fachmann oder zur Erzieherin nicht schaffen.." ist nach meinen 17 jährigen Erfahrungswerten nicht richtig.
    Es ist nur dann korrekt, wenn dieser junge Heranwachsene nicht ausreichend Unterstützung und Rückenstärkung erfährt und ausübende/führende Macht ausschließlich Behörden / Ämter/Pädagogen haben, die nicht in deren Haut Stecken, Wissen aus Büchern besitzen und bestimmen was am besten für den jungen Menschen zu sein hat, ohne diesen zu kennen.
    Nur ein Beispiel: Jugendlicher Autist, LRS, Dyskalkulie (beides stark ausgeprägt) , harte Kämpfe gegen Pädagogen, Landesschulamt, Bildungs Ministerium, da er in den ihm vorgeschrieben Bildungsweg gezwungen werden sollte. Starke Mutter, welche alle Kämpfe aufnahm um ihren Sohn zu stärken und seinen Wunsch zu ermöglichen. Heute ist der junge Mann 18 und an der Fach Oberschule für Ingenieurtechnik. Und einer der besten!
    Pro Tipp: Eltern sind immer die Experten für Ihr Kind.

  52. Anonym sagt:

    Wo setze ich mich als Maßstab? Woher wissen Sie, welche Einstellung ich habe oder die Mitarbeiterin in der Geschichte? Sie kennen mich nicht. Ich habe angemerkt, dass wir nicht wissen, welche Vorstellung die Eltern bzw. die Tochter haben und ob diese Vorstellungen umsetzbar sind. Aber selbst der leiseste Hauch der Kritik an Eltern ist hier absolut unerwünscht.

  53. Anonym sagt:

    Die Eltern "müssen gar nichts". Die Beraterin "muss etwas". Sie muss das MÄDCHEN unterstützen. Nach genauen Wunschvorstellungen der Eltern.
    Finde den Fehler.

  54. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 7:02,die Gründerinnen von diesem Blog haben sich nicht als Ziel gesetzt Pädagogen fertig zu machen. Es geht ihnen darum,Probleme zu schildern mit denen Eltern und deren Kinder im Alltäglichem konfrontiert werden. Wenn jmd mit einem Handwerker nicht zufrieden ist, dann darf derjenige sich beschweren. Wenn welche Ärzte ebenfalls Inkompetenz in ihrem Beruf zeigen dann machen viele Patienten um diese einen Bogen und wechseln den Arzt. Also sie haben alle die CHANCE was zu ändern, oder zumindest durch ein neuen Handwerker oder Arzt es zu versuchen….was viele behinderte Menschen NICHT haben.
    Wenn ein nicht behinderter Jugendlicher eine Ausbildung nicht schafft(in Deutschland jeder dritte) dann hat es die Chance neu anzufangen, sich einen neuen Ausbildungsplatz auszusuchen,und das bis im Rentenalter. Diese nicht behinderte Menschen haben diese Möglichkeit
    Als meine beiden Kinder( das erste nicht behindert, zweites Kind Autismus) die Schule beendet hatten ist mir bewusst geworden wie ungerecht das Gegenüber behinderter Menschen in Deutschland gehandhabt wird. Meinem ersten Kind standen fast alle Türen offen. Wir hatten eine Liste erstellt welche Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten es gehabt hätte. Wir kamen schon bei über 200. Und wir hätten ruhig noch weiter machen können.
    Und was gab es für mein zweites behinderte Kind? Es gab von vornherein nur die Behinderten Werkstatt oder die Tagesförderstätte. Mehr nicht!
    Es gibt viele Jugendliche die wegen NC (Abinote) nicht zum Studium zugelassen werden. Trotzdem wird solchen Jugendlichen eine zweite Chance angeboten. Diese zweite Chance nennt sich Wartezeit. Gibt es eine Wartezeit für behinderte Menschen? Wieso glaubt Deutschland an die nicht behinderte Menschen, obwohl viele ihre Ausbildung oder Studium immer wieder abbrechen oder neu anfangen und an die behinderte Menschen nicht?
    Wäre es nicht gerecht dass das Mädchen oben in der Geschichte auch die gleiche Chance bekäme?
    Was sie daraus macht, bleibt ihr überlassen!

  55. Anonym sagt:

    An Anonym 07:02,möchte Sie wirklich nicht beleidigen, aber Sie haben die gleiche Einstellung wie die Mitarbeiterin in der Geschichte oben. Sie setzen sich selbst als Maßstab. Das tut die Mitarbeiterin auch. Was gibt Ihnen das Recht dazu?
    Ich habe ein Kind das schwerstbehindert ist. Bedeutet es dass ich es anderen auch nicht gönnen soll, und das nur weil mein Kind es nicht schafft?
    Sie gibt " Menschen" , die den Menschen mit Adipositas auch nicht breite Sitze in Bussen, Kinos oder Theater gönnen und sich für schmale Toilettenkabinen einsetzen… und das nur weil sie schlank sind.

  56. Anonym sagt:

    Leider erfahren wir nicht, was das Mädchen für Vorstellungen hat. Das wäre an dieser Stelle sehr wichtig, um die Reaktionen besser zu verstehen. Ich erarbeite in der beruflichen Rehabilitation und ein Mensch mit großen Lernschwierigkeiten wird eine Ausbildung zum IT Fachmann oder zur Erzieherin nicht schaffen (genauso wenig wie ich es schaffen werde, Mathematik oder Biochemie zu studieren). Ich bin mehr als einmal von Eltern wüst beschimpft worden, wenn wir mögliche Ausbildungsberufe angeboten haben. Aber so ist es für mich eine typische Nixklusion Geschichte: bornierte inkompetente Pädagogen und Supereltern.

  57. Daelli sagt:

    Wie traurig, dass junge Menschen mit Behinderung immer noch derart klein gemacht werden! Dabei sind die Teilhabeleistung der Eingliederungshilfe genau darauf ausgerichtet, u.a den Weg in den 1. Arbeitsmarkt und zum unabhängigen Wohnen zu eröffnen, soweit es passt und gewünscht wird.
    Was mich auch schockt, ist dass Eltern immer wieder als "Spezialisten für ihr Kind" herangezogen werden, wenn es darum geht, Unterstützung bei allem möglichen zu leisten und Freizeit und Therapien zu organisieren. Aber wenn wirklich relevante Entscheidungen anstehen, haben sie gefälligst der Meinungen der Fachleute zu folgen.

  58. Anonym sagt:

    Solche Mitarbeiter setzen sich nicht für Inklusion ein. Hätten wir eine richtige Inklusion in Deutschland dann bräuchten wir auch keine solche Mitarbeiter, die dafür sorgen Kandidaten für Werkstätten auszusuchen. Sie wäre sonst arbeitslos. Das ganze System würde zusammenbrechen.
    Aber solche freche Mitarbeiter hatte ich bei meinem Kind auch.
    Wie oft erlebe ich dass man mich behandelt als ob ich eine verminderte Intelligenzfähigkeit hätte. Solche Mitarbeiter versuchen die Eltern ähnlich wie deren behinderte Kinder zu bevormunden.
    Würde die Mitarbeiterin die Wünsche des Mädchen verfolgen, so müsste sie was tun. Das Mädchen müsste nach ihren Fähigkeiten getestet werden. Solch ein Test läuft ja über mehrere Tage. Also, geht sie auf die Eltern los, denn ihre Arbeitsweise lautet: Erniedrigen wir die Eltern indem wir sie als unfähig abstempeln die Situation der Tochter zu beurteilen, nach dem Motto "schämt euch, schweigt Mal!"

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