Urlaub

Die Mutter DER JUNGEN FRAU sitzt mit ihren Kolleginnen zusammen.
Alle erzählen von ihren Urlaubsplänen: Teneriffa, Sardinien, Griechenland.
Die Mutter hört zu. Dann wird sie gefragt, wo sie denn hinfährt.
„Wir bleiben zu Hause“, sagt sie.
„Gut fürs Klima“, lobt eine der Kolleginnen sie.
„Das hat weniger mit Klimarettung, als mit Geld zu tun.“ Die Mutter wehrt lachend ab. „Unsere Tochter ist doch jetzt erwachsen und wollte endlich mal ohne Mama und Papa in den Urlaub. Nun fliegt sie all-inclusiv für eine Woche an den Goldstrand nach Bulgarien. Das kostet uns fast 3.000 Euro!“
„Ich dachte, das ist ein besonders günstiges Reiseland …“, wundert sich die Kollegin.
„Ja, Hotel und Flug sind auch günstig“, antwortet die Mutter, „aber sie ist mit einem speziellen Reiseveranstalter unterwegs: Unsere Tochter braucht ja viel Betreuung und Unterstützungsleistungen. Die machen es so teuer.“
„Na ja – beides geht halt nicht“, schaltet sich eine Kollegin mit leicht schnippischem Ton ein, „man muss sich eben entscheiden: Will man seinem Kind einen Luxusurlaub finanzieren oder sich selber etwas gönnen!“

Die Geschichte vorgelesen …

3 Kommentare

  1. Fan des Illustrators sagt:

    Den Goldstrand von Bulgarien hat der Illustrator wie ein kleines Paradies gezeichnet.
    Bei der Vorstellung, dass die junge Frau sich dort so vergnüglich im und am Wasser tummelt, wie die dargestellten Urlauber, kann ich gut nachvollziehen, dass die Mutter ihrer jetzt erwachsenen Tochter so etwas ermöglichen möchte und daher bereit ist auf ihren eigenen Urlaub zu verzichten.
    Allerdings gehe ich davon aus, dass sie genauso gerne auf empathielose Kommentare von Kolleginnen verzichten würde.

  2. Anonym sagt:

    Ging mir leider auch schon so.

  3. Anonym sagt:

    Solche dumme Kommentare kenne ich auch. Solche dumme Kommentare kennt denke ich fast alle Eltern behinderter Kinder.
    Ich habe wegen der Pflege und gesundheitlichen Probleme meines Kindes nie Urlaub gemacht. Unser Kind ist schon 18. Ich konnte deswegen auch nie in einen Beruf einsteigen. Eine Nachbarin sagte mir neulich ,dass ich zu beneiden wäre. Schließlich hätte ja nicht jeder den Luxus Zuhause zu bleiben und nicht arbeiten zu müssen..

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