Unerfahren

In diesem Schuljahr steht ein Schulpraktikum an.
Drei Tage soll es sein. DER JUNGE braucht einen Praktikumsplatz.
Die Mutter bespricht mit ihm, was ihn interessiert, und hängt sich ans Telefon.
Denn selber kann der Junge solche Telefonate nicht führen.
Sie landet bei einer kleinen Firma, die von drei Partnern gleichberechtigt geführt wird.
„Wir nehmen nur Praktikanten ab 18“, sagt ihr einer der Chefs, den sie erreicht.
„Ach, das ist ja schade“, antwortet die Mutter, „warum denn?“
„Das weiß ich, wenn ich ehrlich bin, auch nicht genau. Da müsste ich die anderen mal fragen. Und außerdem: Wir haben überhaupt keine Erfahrung mit Menschen mit Behinderung!“
„Das muss kein Nachteil sein“, lacht die Mutter. Dann erzählt sie ein bisschen von ihrem Sohn.
Sie verabreden, dass die Mutter am nächsten Tag noch einmal anrufen soll.
Als sie den Chef wieder am Telefon hat, sagt dieser: „Ich habe mich noch einmal mit meinen Partnern besprochen. Wir konnten uns beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, warum es uns immer wichtig war, dass unsere Praktikanten 18 sind. Und was das Thema Behinderung angeht. Wir haben uns darauf geeinigt: Wir sind zwar unerfahren, aber unerschrocken! Ich hoffe, das ist ok für Sie. Wann können wir denn Ihren Sohn einmal kennen lernen?“

Die Geschichte vorgelesen …

2 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Damit nicht immer nur die Nixklusionsgeschichten die vielen Kommentare bekommen, melde ich mich hier auch noch zu Wort: es ist einfach schön, dass es auch solche Beispiele gibt. Toll, wenn jemand ein „das haben wir schon immer so gemacht“ hinterfragen und ggf. über Bord werfen kann!
    Wir haben übrigens mit Menschen mit dieser Haltung „unerfahren, aber unerschrocken“ schon seit der Kita immer wieder gute Erfahrungen gemacht.

  2. Anonym sagt:

    Die Geschichte ist so schön, es kribbelt bis in die Füße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.