Weiß

Am Elternsprechtag hört die Mutter nicht nur Positives über DEN JUNGEN.
Besserwisserisch und vorlaut sei er, findet seine Lehrerin. Und eben sehr speziell…
„Da hat er sich neulich sein T-Shirt nach dem Sportunterricht über die Augen gezogen und ist damit so herumgelaufen“, berichtet sie. „Dann hab ich ihn ermahnt: Junge, Du siehst doch gar nichts! Es ist jetzt doch alles schwarz! Nein, hat er da gesagt: Es ist jetzt alles weiß!“
Die Lehrerin schüttelt den Kopf.
Und während sie weiter erzählt, was der Junge wann gesagt oder getan hat, denkt die Mutter:
Wenn ich mir ein weißes T-Shirt über die Augen ziehe und dann sie auf mache: Dann ist wirklich alles weiß.

Die Geschichte vorgelesen …

17 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Ich habe zwar nicht den Kommentar geschrieben, auf den Sie sich beziehen, aber ich muss der Schreiberin oder dem Schreiber in vielem Recht geben.
    Für mich legt die Reaktion des Kindes nicht das ASS sehr, sehr nahe. Ich kenne solche Reaktionen auch von Kindern mit ADHS oder geistiger Behinderung. Und ich weiß auch, wie sehr Kinder blitzschnell solche Verhaltensweisen abkupfern. Kinder ohne Förderschwerpunkt sind deshalb noch längst nicht einfach in ihrem Gruppenverhalten. Die in Ihren Augen "durch nichts begründbare Spekulation" hat der/die KommentatorIn übrigens erweitert auf andere "besondere" Kinder, und ich glaube, Lehrer können ein Lied davon singen, wie "besonders" fast jedes Kind ist. Leider verlieren wir die grundsätzliche Heterogenität der Schülerschaft beim Thema Inklusion oft zu schnell aus den Augen.

  2. Anonym sagt:

    Nein, da steht tatsächlich nicht ausdrücklich, dass der Junge sich im ASS bewegt. Aber die Reaktion des Kindes legt das doch sehr, sehr nahe.
    Ganz sicher jedenfalls ist die Annahme ASS deutlich naheliegender, als die durch nichts begründbare Spekulation, es könne sich ein Kind mit Glasknochenkrankheit in der Klasse befinden, für die das Verhalten des Jungen eine wirkliche Gefahr darstellt….

    Aber wenn man sich Mühe gibt und genügend Phantasie einbringt, kann man natürlich für jede Nixklusionsgeschichte eine relativierende Begründung konstruieren

  3. Anonym sagt:

    In der Geschichte ist mir zu viel "Pointe" und zu wenig Erklärung. Wo steht denn, dass das Kind im Autismusspektrum ist? Und heisst "Inklusion" durchgehende Freundlichkeit und sonnige Gemüter? Und dürfen Kinder mit Behinderung nicht auch mal frech sein und Lehrer sich wegen der Schlagfertigkeit bei Eltern beschweren? Klar, das ist keine pädagogische Glanzleistung. Aber Alltag mit Kindern ist eben keine Kette solcher Glanzleistungen sondern es gibt halt auch Momente des Ärgers, wie in jeder menschlichen Beziehung. (Noch nie über das Kind geärgert? Eben!) Ich habe die Vorstellung eines albernden Kindes und einer Lehrerin, die das unterbindet. Vielleicht ist ja ein Kind mit Glasknochen im Saal oder sonst eines, mit dem ein Zusammenstoß nicht banal ist, was das albernde Kind das nicht einschätzen kann und muss. Also greift Lehrerin ein und wünscht sich Verhaltensänderung, stattdessen bekommt sie eine klug-freche Antwort. Und sie ärgert halt. Gelebte Inklusion in eine unvollkommene Schule (und Welt).

  4. Anonym sagt:

    Liebe Anonym 27.03. 21:43,
    ich kann Sie gut verstehen Aber ich (Frau mit Migrationshintergrund und Beeinträchtigung, mehr Stigmatisierungspotenzial geht fast nicht mehr) möchte zu bedenken geben: Lehrer*innen/Intellektuelle sind keine besseren Menschen. Das Interesse an Inklusion ist doch nicht größer, weil ich Deutsch, Englisch oder Geschichte mag und gerne Wissen vermittle. Ich denke, dass die Welt ein inklusiverer Ort wäre, wenn sich mehr Menschen dafür interessieren würden. Haben sich die von Ihnen angeführten Eltern denn schon für Menschen mit Behinderung eingesetzt, bevor sie selbst betroffen waren? Wenn ich mir anschaue, wie es um die Gleichberechtigung von Männern und Frauen in unserem Land bestellt ist (die Hälfte der Bevölkerung…) fürchte ich, dass Inklusion noch SEHR lange dauern wird. Leider! Und zum Nachteil der ganzen Gesellschaft. Weil Vielfalt eine Bereicherung darstellt. Weil jeder jederzeit zu einem Menschen mit Behinderung werden kann und dann nicht ausgegrenzt werden möchte. Das Thema Schwarze in Amerika wird hier immer wieder als Beispiel angeführt und treibt mir fast Tränen in die Augen. Glauben die Schreiber*innen wirklich, dass Schwarze in Amerika annährend gleichberechtigt sind, nur weil es einen sehr "hellschwarzen" Präsidenten gab? Weil sie auf dem Papier die gleiche Schule besuchen können? Ich finde den Vergleich absolut nicht hilfreich und sehr undifferenziert.

  5. Anonym sagt:

    Lieber Unknown 22:40.Sie haben Recht,jede Form von Verallgemeinerung ist Übel. Ich möchte Sie wirklich nicht beleidigen.Hätte wirklich solch ein tollen Kommentar wie ihren auch auf Internetseiten gelesen wo Studien an Eltern und Lehrern in Deutschland durchgeführt werden zum Thema Inklusion.Würde gerne ihren Kommentar da lesen.Es werden Eltern von behinderten und nicht behinderten Kindern und Lehrern befragt wie sie zu Inklusion stehen. Mir und vielen Eltern behinderter Kindern aus meinem Bekanntenkreis blutet das Herz wenn wir so was lesen. Letztes Jahr fand solch eine Umfrage auf den Strassen von einer bekannten Stiftung in Deutschland statt. Ich habe gemeinsam mit mehreren Mütter an diese Stiftung appeliert dies zu unterlassen. Haben gedroht mit Plakate vor der Stiftung zu erscheinen. Es hat geholfen!. Es ist vielen in Deutschland nicht bewusst wie erniedrigend solche Studien für behinderte Menschen und deren Angehörige das ist. Solche Studien wurden vermutlich auch bei der Bevölkerung in USA durchgeführt ob die afroamerikanische Bevölkerung in Schulen für Weiße zugelassen werden sollten oder in Lândern wo Minderheiten keine Rechte haben. Ich frage mich manchmal wo sind die Lehrer,die Akademiker,die zu den Intellektuellen in Deutschland gehören um so etwas zu unterbinden. Solche Umfragen zeigen nichts anders als das man behinderte Menschen zu Menschen zweiter Klasse in der Gesellschaft degradiert. Wir haben Jahr 2019 ,zeigen uns in der Welt humanitär und führen in Deutschland Umfragen ob behinderte Kinder die gleichen Rechte wie die nicht behinderten Menschen haben dürfen?.Das ist ÜBEL!

  6. Unknown sagt:

    Für mich als – hoffentlich unvoreingenommenem – Mitleser ist jede Form der Verallgemeinerung von Übel.

    Es gibt DEN Lehrer genausowenig wie DEN Beeinträchtigten. Einzelfälle sollte man nicht einfach hochrechnen. Wir sollten sie wahrnehmen und darüber nachdenken.

    Für mich ist "Inklusion" "wertschätzender Umgang mit jedweder Form der Andersartigkeit".

    Es gilt, diese wahrzunehmen und als solche zu akzeptieren.

    Beste Grüße aus dem Rheinland.

  7. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 22:47 und lieber Anonym 21:03 . Ich bin Mutter eines autistischen Kindes und kann leider ihre Denkweise nicht nachvollziehen. Was diese Geschichte uns zeigen will ist,dass wir inkompetente Pädagogen in Deutschland haben ,die nicht fähig sind ihre Arbeit zu hinterfragen.Es geht nicht darum was Eltern Zuhause machen sollen und wie sie das meistern sollen? Eltern dürfen Bauchpädagogik machen! Lehrer aber nicht! Wenn Lehrer überfordert sind,dann ist es deren Aufgabe sich Hilfe zu holen. Bei meinem Kind war es zumindest so! ,Mein Kind hatte einen Schulbegleiter der ihn auf Schritt und Tritt im Unterricht verfolgte,sodass es dann keine Probleme gab. Aber ,wie wir alle wissen,wird in Deutschland an den behinderten Kindern gespart. Dadurch,dass Lehrer sich gegen Inklusion in Schulen stellen ,wird Inklusion auch nicht finanziert.Es werden keine Schulbegleiter finanziert. Selbst gemachtes Leiden,oder? Es ist als ob Architekten sich gegen den Bau einer riesen Brücke stellen würden und auf die Strassen gegen demonstrieren würden. Würden die Politiker nocht solch ein Projekt finanzieren? Wo sind die Lehrer ,die auf die Strasse mit Plakate gehen sollen und für Inklusion kämpfen sollen,und somit für mehr Personal in Schulen!? Wir haben in Deutschland in der Vergangenheit genau das Gegenteil erlebt. Lehrer sind auf die Strassen gegangen und haben gegen Inklusion mit Plakate gekämpft.
    Wegen dem Verhalten eines Kindes meckern,weil man es missversteht ist einfach nur traurig. Es ist als ob Pfleger in Pflegeheime die Angehörige kritisieren würden ,weil sie die behinderte,pflegebedürftige Menschen nicht verstehen.

  8. Anonym sagt:

    Na ja, die Lehrerin soll halt toll finden, wenn das Kind so kreativ ist mit dem Shirt überm Kopf blind herumzutoben. Wenn es sich dabei verletzt (oder andere)ist sie schuld.Irgendein pädagogischer Kniff, der das Kind und die anderen schützt, muss ihr einfallen, sonst gilt sie als unfähig. Und während sie das Kind helikoptermäßig verfolgt, damit weder ihm noch den anderen was passiert darf keinem der anderen Schüler ein Schabernack einfallen, kein Fehltritt passieren. Dann ist sie natürlich auch in der Haftung und muss ihre Eignung in Frage stellen.

  9. Anonym sagt:

    Ich habe eher den Eindruck, dass die Mutter sich ärgert,dass ihr Kind kritisiert wird, denn es wird ja auch angesprochen, dass es noch Kritikpunkte gibt. Dann wird ein fragwürdiges Beispiel herausgegriffen,um die Lehrerin der Lächerlichkeit preiszugeben. Es gibt eben auch sehr verschiedene Eltern, ich habe da extrem unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Da hilft dann auch kein anderer Blickwinkel mehr, wenn Eltern nur ihr Kind sehen und erwarten, dass sich die Lehrerin diesem ständig anpasst. Am besten beim nächsten Kindergeburtstag , wie gesagt, alle Klassenkameraden einladen, auch die mit Verhaltensproblemen, Einschränkungen und Behinderungen, und das etwas längere Programm machen. 5 Stunden am Stück sollten schon drin sein. Und sich immer schön auf jedes einzelne Kind einstellen.

  10. Anonym sagt:

    Lieber Anonym (9:15) .Ich bin Mutter eines behinderten Kindes und finde ihre Denkweise ,zumal als Lehrerin ,sehr traurig! Aufgabe der Lehrer ist es genauso wie in jeder Einrichtung in Deutschland LEISTUNGSORIENTIERT zu arbeiten.Soll Inklusion nur bei den Kindern gemacht werden, bei denen die Chemie zwischen den Lehrern und Kind stimmt? Inklusion ist ein Menschenrecht, dass für alle gelten soll! Sollen Gesetze in Deutschland nur dann angewendet werden an den Menschen bei den die Chemie zwischen einen Sachbearbeiter und dem Kunden,zum Beispiel,stimmt??
    Ich finde dass Lehrer wie diese Lehrerin oben in der Geschichte nicht genug kritisiert werden!So würden sie vielleicht anfangen ihre Arbeit zu hinterfragen! Schließlich sind alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber dazu verpflichtet unsere Arbeit zu hinterfragen, damit wir Leistung bringen können! Sollen sich Eltern und behinderte Menschen noch entschuldigen,für ihre Behinderung? Soll sich der Junge noch entschuldigen, weil er manches kognitiv nicht versteht und alles wortwörtlich analysiert? Es ist als ob die Sportlehrerin ein Kind ohne einem Bein kritisieren würde, weswegen es die Hürden im Sportunterricht nicht schafft!
    Das was diese Sportlehrerin braucht sind Fortbildungen,um die behinderten Kindern zu verstehen. Es gibt auch Pädagogen(die mein Kind in der Schule hatte),die sich BELSEN hatten! So gab es keine Probleme!Sie haben dann mein Kind so genommen wie es ist!Sie haben sich meinem Kind angepasst und solche dummen Aussagen nicht mal geäußert. Sie hätten sich geschämt mir solch eine Aussage zu machen,weil sie sonst gezeigt hätten wie inkompetent sie sind!Und Gott weiß, mein Kind war auch nicht immer pflegeleicht!

  11. Fan des Illustrators sagt:

    Ich denke, diese Geschichte möchte veranschaulichen, dass es auch Menschen gibt, die einen anderen Blick auf die Dinge haben, viel direkter und nicht durch theoretisches Wissen beeinflusst. Es ist wichtig, dass Lehrer dafür sensibilisiert werden. Es lohnt sich immer andere Blickwinkel kennen zu lernen. Das macht Unterricht spannend.

  12. Anonym sagt:

    Das was die Lehrerin hier leider anscheinend nicht versteht ist, dass viele behinderte Menschen vieles nicht verstehen. Mein autistisches Kind und Autisten in meinem Bekanntenkreis hätten der Lehrerin hätten auch so wie der Junge in der Geschichte oben geantwortet. Sie nehmen alles wortwörtlich!.
    Wenn die Lehrerin an einem stürmischen Tag aus dem Klassenfenster rausgucken würde und die Aussage machen würde"Es regnet Hunde und Katzen!", dann würde der Junge bestimmt nach draussen laufen und nach den Hunden und Katzen suchen!

  13. Anonym sagt:

    Natürlich kann man so eine Übung gezielt einsetzen. Hat man auch früher schon gemacht um Schüler für bestimmte Themen zu sensibilisieren. Deshavlb muss man noch lange nicht im Schwarzweiß Denken permanent Lehrkräfte schlecht reden und einfachste Ideen als Inklusion verkaufen. Das ist mir als Mutter mehrerer Kinder, darunter eines mit Behinderung, und als Lehrerin, einfach zu billig. So werden wir nie zu einer guten Inklusion kommen. Begriffe wie Toleranz zielen immer auf Gegenseitigkeit. Wahrscheinlich hat die Lehrerin in dem Text keine große Lust auf Inklusion, weil sie merkt, dass die Chemie nicht stimmt. Und wenn wir Inklusion und Teilhabe wollen, gehört auch dazu, sich nicht nur Positives über sein Kind anhören zu wollen. So wie es bei unseren anderen Schulkindern auch ist.

  14. Anonym sagt:

    Bereits in Klasse mit sehbehinderten Kind ausprobiert – gute Koordinationsubung mit viel Spaß für SuS

  15. Anonym sagt:

    Das könnten Sie doch einmal ausprobieren. Es werden ja immer wieder QuereinsteigerInnen gesucht. Oder, wenn Sie das nicht wollen, beim nächsten Kindergeburtstag. Am besten die ganze Schulklasse einladen dazu.

  16. Fan des Illustrators sagt:

    Nette Geschichte:
    Die Lehrerin sieht schwarz, der Junge weiß!
    Vielleicht würde die Lehrerin ja auch weiß sehen, wenn sie unvoreingenommen und aufmerksam ihrem Schüler begegnet wäre.
    Das Lehrerdasein wäre dann garantiert weder schwarz noch weiß, sondern bunt und abwechslungsreich!

  17. Anonym sagt:

    Die Sportlehrerin ist total unfähig. Sie hätte die tolle Idee aufnehmen sollen und in den Unterricht einbeziehen können. In der nächsten Sportstunde ziehen sich alle das Shirt über den Kopf, laufen durch die Halle und erraten die Farbe, die sie sehen. So geht Inklusion.

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