Biergarten

DER JUNGE ist inzwischen ein junger Erwachsener und gerne mal abends unterwegs.
Alleine geht das nicht, denn er ist nicht mobil. Er braucht immer eine Begleitung, die ihn unterstützt – sowohl in Bussen und Bahnen, als auch beim Essen oder auf der Toilette.
Er hat für diese Assistenzleistungen ein Budget vom Sozialamt erhalten. Ein Budget für Freizeit. Damit auch er seine Freizeit so gestalten kann, wie er es möchte.
Jedes Halbjahr weist er detailliert seine Ausgaben nach.
Nun hat der Sachbearbeiter gewechselt.
Der bittet zum Gespräch. Denn er hat Nachfragen.
„Was machen Sie denn eigentlich so, wenn sie abends gemeinsam mit Ihrem Assistenten losziehen?“, will er wissen.
„Meistens essen wir irgendwo etwas“, berichtet der Junge wahrheitsgemäß, „dann bummeln wir durch die Stadt. Manchmal machen wir dann auch noch im Biergarten Halt. So auf ein zwei Bier.“
„Also“, sagt der Sachbearbeiter, „das geht natürlich gar nicht: Dass Sie auf Staatskosten saufen gehen!“

Die Geschichte vorgelesen …

12 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Seltsam, an der mir bekannten Förderschule bekommen alle Kinder passendes Arbeitsmaterial. Im absolut basalen Bereich ehr lutschfeste Babybücher, malen mit Sand oder Rasierschaum, ansonsten individuell zusammengestellte Kopien. Und in unserem Bundesland müssen die Eltern von Regelschülern die Bücher kaufen oder mieten für 30% des Buchpreises. Bücher, in die geschrieben wird, sind komplett von den Eltern zu zahlen.
    Und regelmäßig 2 Bier, nachdem man essen war, wobei normal auch schon mal ein Wein getrunken wird, geht schon Richtung saufen 😉 . Das gönne ich jedem, leider kenne ich auch einige, die auf diesem Weg süchtig wurden.

  2. Anonym sagt:

    In Deutschland gönnt man behinderten Kindern nicht mal ein Schulbuch.In Sonderschulen kriegen die Kinder Anfang des Schuljahres nicht mal ein Bilderbuch. Dass man einem behinderten Menschen eine Freizeitaktivität nach seinem Wunschvorstellung gönnt ist für manche in Deutschland zu viel verlangt!

  3. Anonym sagt:

    Ein ähnliches Erlebnis hatte ich mit meinem 18 jährigen behinderten Sohn vor zwei Wochen als wir einkaufen waren. Mein Sohn liebt Überraschungseier. Er kriegt mittags nach der Mahlzeit als Belohnung ein Überraschungsei. Als wir im Laden aufs Laufband 25 Überraschungseier legten,da hörten wir den Kommentar der Kassiererin.Sie wandte sich meinem Sohn zu und sagte:Bist du dir sicher, dass du so viele Überaschungseier haben darfst? Das kostet deine Mama eine Menge Geld!
    Nach solch einen lauten Kommentar starrten mich plötzlich die Augen der Beteiligten in der Schlange.
    Dass viele junge Menschen im Alter meines behinderten Kindes schon auf Kosten der Eltern Führerschein machen, ein Auto finanziert bekommen, Studium finanziert bekommen, Auslandaufenthalte finanziert bekommen, wird als Normalität betrachtet.
    Viele Eltern behinderter Kinder in meinem Bekanntenkreis erzählen mir so oft, dass ihre Kinder so bescheiden sind. Ihre Wünsche sind immer bescheiden!Mein Sohn freut sich riesig auf eine schlichtes Spielzeug in einem 1 Euro Laden und schätzt es. Viele Jugendliche in seinem Alter haben riesen Ansprüche(Markenkleidung, PC Spiele.usw)

  4. Anonym sagt:

    So , oder so ähnlich wird mit behinderten Menschen tagtäglich umgegangen . Von den unterschiedlichsten Menschen in verschiedensten Positionen , beruflich sowie privat .
    Besonders gerne natürlich bei den , denen man ihre Behinderung nicht sofort ansieht .
    Zum einen urteilt der Mensch gerne schnell , zum anderen ist es aber vor allem auch wieder das Problem der Nixklusion die in Deutschland betrieben wird .
    Wer nicht wirklich irgendwie mit behinderten Menschen zu tun hat , weis in seinem Alltag gar nicht das es diese Menschen gibt .
    Es ist kein böser Wille der nichtbehinderten . Die Menschen werden getrennt und isoliert . Beginnend in der Schule bis hin später zu den Werkstätten für behinderte Menschen . Mit alten Menschen ist es das gleiche ! Sie sollen in Ihren Heimen leben und niemandem zur Last fallen . Auch fehlende Inklusion !
    Ein klares Versagen der Politik , aber auch der Gesellschafft die ständig Toleranz und Persöhnlichkeitsentwicklung predigt , sich aber selbst kaum daran hält wenn es darauf ankommt .
    Wenn dann die Menschen noch unterweisender kritisieren und drauf hauen anstatt sich zusammen zu schließen und für das gleiche zu kämpfen , dann wird sich auch nichts ändern !

  5. Anonym sagt:

    Welche nachvollziehbaren Motive gibt es Ihrer Meinung nach denn?
    Hier geht es doch um ein Budget für Freizeit.

    Warum sollte ein Mensch seine Freizeitaktivität nicht selbst bestimmt aussuchen dürfen?

    Die Getränke muss der behinderte Mensch genau so wie alle Menschen selberzahlen. Die Aussage "Saufen auf Staatskosten" ist hier völlig unangebracht und zeugt von Respektlosigkeit des Sachbearbeiters.

    Der Staat zahlt hier den Freizeitassistenten,
    nicht mehr und nicht weniger.

    Mit welchem Recht bestimmt hier also ein Sachbearbeiter ob ein erwachsener behinderter Mensch einen Biergarten besuchen darf ?

  6. Anonym sagt:

    Diese Intoleranz. Darf hier keiner mehr seine eigene Meinung schreiben? Wenn jemand die Motive des Sachbearbeiters nachvollziehen kann, vielleicht selbst in diesem Beruf tätig, wird er beschimpft als armselig usw.? Was haben Sie gelernt aus der Geschichte? Das sind wir schon wieder in einer totalen Einseitigkeit, wenn wir die Meinung anderer nicht aushalten können.

  7. Anonym sagt:

    Vorbildlich ? Wenn jemand keine emotionale Intelligenz hat finden Sie das vorbildlich ? Wie armselig !
    Das kann ja nur bedeuten das Sie ebenso wenig emotionale Intelligenz besitzen . Mein herzliches Beileid dafür !

  8. Anonym sagt:

    Wie ist das eigentlich , dürfen behinderte Menschen noch atmen ? Oder ist das auch schon Zuviel ?
    Wieder nichts gelernt aus der Geschichte was ? Arme Gesellschafft

  9. Elli Wilfling sagt:

    Nein, das gibt es nur auf dem Nockerberg.

  10. Anonym sagt:

    Wer als Mensch , in diesem Fall der Sacharbeiter einem behinderten Menschen nicht einmal 2 Bier gönnt , der ist wirklich sehr sehr armselig ! Wie groß müssen die Minderwertgkeitskomplexe sein bei diesem Sachbearbeiter ?!

  11. Anonym sagt:

    Traurig! Ähnliche Erfahrungen habe ich in letzter Zeit bei meinem Kind auch machen müssen!
    Viele Menschen können leider nicht nachvollziehen, was behinderte Menschen denken oder welche Bedürfnisse sie haben, weil die behinderten Menschen in Deutschland ausgegrenzt werden.Behinderte menschen in Deutschland leben die meiste Zeit nur unter sich!Es ist in Deutschland wie eine Parallelgesellschaft!
    Wenn aber ein Sachbearbeiter mit behinderten Menschen arbeitet, egal ob er in seinem Beruf qualifiziert ist oder nicht, dann erwartet man dass sie wenigstens emotionale Intelligenz(Menschlichkeit,Taktgefühl u.s.w) besitzen!Der Sachbearbeiter in der Geschichte hat es eindeutig nicht!

  12. Anonym sagt:

    Ein vorbildlicher Sachbearbeiter, leider ist das nicht immer selbstverständlich.

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