Die Entscheidung

Die Mutter DES MÄDCHENS trifft eine andere Mutter. Auch sie hat ein Kind mit Behinderung, das an einer allgemeinen Schule ist. Ihre Kinder waren gemeinsam in der Grundschule.
„Mensch, so lange nicht gesehen“, sagt sie, „unsere Kids sind jetzt schon in der 6. Klasse. Dann steht ja jetzt die Profilwahl an. Dein Sohn macht ja sicherlich Technik, oder? Davon war er ja schon immer total begeistert…“
„Das stimmt“, sagt die andere Mutter, „aber er macht Hauswirtschaft.“
„Wieso denn das?“ Die Mutter ist ehrlich überrascht. „Interessiert ihn Technik nicht mehr?“
„Doch, sehr“, sagt die andere Mutter, „aber die Sonderpädagogin hat gleich gesagt, in Technik kann sie die Schüler nicht unterstützen. Davon hat sie keine Ahnung. Aber die Schulküche sei wirklich super. Auch mit einem Nebenraum, wenn differenziert werden muss. Und am besten sei es natürlich, wenn die ganze Gruppe zusammenbleibt, also alle inklusiven Schülerinnen und Schüler Hauswirtschaft wählen.“
„Hmm…“, sagt die Mutter. „Und die Lehrer der allgemeinen Schule…?“
„Der Direktor hat gesagt: Kinder mit Behinderung in Technik unterrichten – das können meine Kollegen nicht leisten!“
Die Mutter schweigt.
„Und außerdem“, ergänzt die andere Mutter, „ist Hauswirtschaft doch auch viel sinnvoller für die Behinderten. Kochen, sich gesund ernähren, Lebensmittelkunde und so… Und deshalb haben wir uns dann eben für Hauswirtschaft als Profilfach entschieden!“

Nixklusionsmännchen, links in der Hand Küchenutensilien, rechts eine Säge, Batterie, Stromkreis
Die Geschichte vorgelesen …

23 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    zu Anonym vom 24.07.2020 16.20
    Es ist offensichtlich: Gut ausgestattete Sonderschulen können Eltern und Kindern jetzt noch vielerorts Dienstleistungen anbieten, die in den Regelschulen oft fehlen, z.B. eine angemessene Betreuung während den Ferien, spezialisierte Unterstützung, Transport und Betreuung auf dem Schulweg usw.
    Viele Menschen überlegen sich nicht, welche schwerwiegenden Nachteile es hat, wenn z.B. ganz verschiedene sehbehinderte Kinder ausserhalb der Familie fast ausschliesslich mit Kindern mit einer Sehbehinderung, oder wenn Jugendliche mit einer geistigen Behinderung in der Förderschule mit Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ ihre Lebenszeit fast ausschliesslich im Kontakt mit anderen behinderten Jugendlichen und mit Erwachsenen verbringen usw. Ganz besonders gilt dies auch für Kinder und Jugendliche in einer Förderschule mit den Schwerpunkten Sprache oder Verhalten.
    Nicht nur den Kindern und Jugendlichen, auch den Eltern, den Sonderpädagogen usw. tut die Fokussierung auf die Behinderung nicht gut! Alle Menschen müssen lernen, die Chancen der Verschiedenheit zu nutzen und mit den erkannten Schwierigkeiten kreativer umzugehen!
    Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass alle Kinder und Jugendliche in einer „Schule für alle“ erfolgreich gemeinsam leben und voneinander lernen können. Das ist gar nicht so erstaunlich, haben doch in nur wenige Menschen in einer Gemeinschaftsschule bis zum 9. Schuljahr eigene Erfahrungen gemacht! Hier ein Blick in die Friedenauer Gemeinschaftsschule, Jakob Muth-Preisträgerin 2019 https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/mediathek/medien/mid/jakob-muth-preis-2019-friedenauer-gemeinschaftsschule-in-berlin-mit-gebaerdenuebersetzung

  2. Anonym sagt:

    Richtig! Gute Wortwahl, hier das Wort „denken“ einzufügen.

  3. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 16:20
    Der Jakob Muth-Preis für inklusive Schule hat zwischen 2009 und 2019 28 Einzelschulen, 5 Verbünde und ein inklusives Schüler*innenprojekt für außerordentliche Leistungen im Bereich schulischer Inklusion ausgezeichnet.
    Man müsste sich die Frage stellen, was tun diese Schulen anders als die Schulen wo Inklusion nicht funktioniert.
    Man müsse sich in der Umsetzung diese Schulen, deren Pädagogen als Maßstab setzen und nicht Pädagogen die keine Lust auf Inklusion haben, bzw keine Lust haben sich fortzubilden.
    Diese Schulen zeigen uns dass Inklusion funktionieren kann.
    Mein schwerstbehindertes Kind besuchte eine Regelschule, hatte zig gesundheitliche Probleme, hat zig Probleme im Bereich der Wahrnehmung. Kein Lehrer oder Schüler gab mir jeweils das Gefühl das mein Kind da nicht erwünscht ist.
    Es ist nicht so als ob die Sonderschulen einwandfrei laufen. Auch da jammern viele Sonderpädagogen!

  4. Anonym sagt:

    Sie schreiben aber "…wenn alle Sonderschulen geschlossen werden….." und suggerieren damit, dass das umsetzbar wäre, obwohl sie " inklusive Erfahrung "nur mit lernbehinderten Schülern haben! Sie können von Sonderschulen für Lernbehinderte nicht auf Sonderschulen für Schwerbehinderte schließen!
    Haben Sie selbst schon inklusiv unterrichtet? Ich meine jahrelang. Haben Sie selbst ein Kind mit schwerer Behinderung? Haben Sie selbst schon Regelschüler unterrichtet? Wissen Sie, wie anfällig die Gesundheit vieler Schwerbehinderten ist?
    "Alle Sonderschulen schließen" ist ein hohes Postulat mit großer Verantwortung. Und: es wurden schon Fehler gemacht. Die wurden bestenfalls eingeräumt. Und die Verantwortlichen haben bestenfalls daraus gelernt. Die Folgen tragen die Behinderten und ihre Eltern.
    Ich könnte eine ganze Reihe Beispiele aufzählen, das geht hier in diesem Rahmen nicht.

  5. Anonym sagt:

    Stimmt in Hauswirtschaftunterricht in der Sonderschule meines Kibdes(fand meistens Donnerstag den ganzen Vormittag statt) da wurden den Kindern das Gemüse zum Schneiden gegeben. Damit die behinderten Kindern sich nicht in den Fingern schneiden, wurde ihnen stumpfe Messer gegeben. Mein Sohn hatte immer am Zeigefinger schlimme Blasen. Das Kochen an sich übernahm immer die Heilpädagogin in der grossen Pause damit die Kinder nicht Verletzungen am heißen Herd erleiden.Dieses Ritual fand im in der Sonderschule meines Sohnes in jeder Gruppe seit Jahren statt. Am Mittwoch setzten die Sonderpädagogen die Kindern im Stuhlkreis(war ein paar Mal zum Hospitieren da) und fragten die Kinder was sie am nächsten Tag im Hauswirtschsftunterricht kochen sollen. Wenn zum Beispiel die Kinder ein Salat auf dem Speiseplan haben wollten, dann sollten sie sagen was genau sie im Salat haben wollten. Die Prozedur(Tortur) hielt den ganzen Mittwoch Vormittag an. Die Kinder saßen genervt im Stuhlkreis weil es nie was Neues gab… Immer wieder das gleiche.

  6. Anonym sagt:

    An Anonym 9:07
    Selbstverstandlich habe ich mit meinem Kind inklusive Wege ausprobiert und da bin ich überglücklich darüber weil mir gezeigt worden ist dass Inklusion fu ktionieren kann wenn die finanzielle Unterstützung gegeben wird.
    Mein Kind besuchte sowohl eine Sonderschule als auch eine Regelschule. Mir wurde in der Sonderschule immer von Sobderpädagogen gesagt, dass mein Kind wegen seiner Schwerstbehinderung nie lesen wird.
    Die motivierten Sobderpädagogen in der Regelschule haben mir das Gegenteil bewiesen. Er hat sogar in der Regelschule gelernt wie man ein PC bedient. Leider hört die Inklusion in vielen Bundesländern auf sobald die Kinder die Schulzeit verlassen.
    In der Sonderschule meines Kindes gab es nicht mal vernünftige Förderpläne.
    Zur Zeit kämpfen wir damit unser Kind auch eine Ausbildung besuchen darf.
    Ich kenne leider keine Sonderschule für Kinder Schwerpunkt geistige Entwicklung, wo die Kinder Anfang des Schuljahres Schulbücher erhalten, damit die Kinder im Bereich Techniken gefördert werden können
    Wenn Sie eine kennen, würde mich freuen wenn Sie mir eine Vorschlägen. Würde gerne an Eltern auf FB weitergeben.
    Lieben, lieben herzlichen Dank!
    Habe schon in Foren die Trommeln geschlagen! Kann es kaum erwarten die Namen dieser Sonderschulen zu erfahren.

  7. Antwort auf Anonym 23.07.2020 13:38:00
    Danke für Ihre Rückfrage.
    Nicht ich, sondern die (rechtsverbindliche) UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 24)hält fest:
    Die Vertragsstaaten gewährleisten inklusive Bildung auf allen Ebenen (vgl.1).
    Auch Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung haben das Recht, zusammen mit andern in der Gemeinschaft in der sie leben zur Schule zu gehen (vgl. 2b).
    Die Vertragsstaaten verpflichten sich, in inklusiven Schulen zu individuell angepassten Unterstützungsmassnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet (vgl. 2c und e).
    – Es soll niemand "inkludiert" werden, sondern alle gehören dazu.
    – Lassen Sie einfach den letzten, in Klammer gesetzten Satz weg. Ich wollte damit sagen,dass Vieles möglich ist, man muss es nur tun.

  8. Anonym sagt:

    Was ich nicht verstanden habe: wieso ist Hauswirtschaft weniger gefährlich als Technik? Es gibt heiße Herdplatten, Pürierstäbe, kochendes Wasser. Und warum soll es einfacher sein als Technik? Es gibt "Essentielle Aminosäuren", Umrechnung von Einheiten, usw.

  9. Anonym sagt:

    Herr Achermann,wovon reden Sie? Sie schreiben, dass "…jedes(!)Kind das Recht hat, eine gut ausgestattete Regelschule zu besuchen….", andererseits reden Sie nur von Lehrbehinderten? Bezieht sich Ihr Artikel nun auf ALLE behinderten Schüler und nur auf diejenigen, die zum Teil gar nicht behindert sind, aber einen Förderschwerpunkt haben? Die also meistens verhältnismäßig einfach " inkludiert " werden können?

  10. Anonym sagt:

    Es gibt ein Kind, dem im Handarbeitsunterricht nichts, rein gar nichts zugetraut wurde. Als "geistig behindert" tituliert von Personen ohne Abitur und medizinischem Studium. Nur fähig, Leim und Schere zu holen gemäss deren Aussagen. Als Rechtshänderin gab man ihr eine Linkshänderschere. Obwohl die Rechtshändigkeit bekannt war. Eine Assistentin sass stets neben ihr. Aufpassen, dass nichts passiert. Aber….das Kind nahm regelmässig an ausserschulischen Näh- und Werkkursen teil. Dort traute man es ihm zu, zu werken und zu nähen. Dort blühte es auf und zeigte stolz was es kann. Aber in der Schule? Die Leistungen waren nicht genügend, nie. Warum? Das Zutrauen ist sehr wichtig. Wenn solch ein Kind mehr als 10 Jahre lang "lernt", dass es nichts kann und immer ein Aufpasser danebensteht, wie kann sich das Kind dann entwickeln? Ich schreibe hier nicht von einem Kind, was tatsächlich diese Betreuung bräuchte. Sondern von einem Kind, das einfach etwas langsamer ist, sensibler, kleiner, scheuer. Braucht es hierfür so viel Geld, um die Rahmenbedingungen zu ändern? Oder braucht es Pädagogen, die auch diesen Kindern Zutrauen schenken und die nötige Zeit, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden?
    Ich glaube, dass viele Pädagogen lieber mit den Strom schwimmen und dabei übersehen, dass man mit zu vielen Mauersteinen so manchen Kind die Zukunft verbaut, die es mit dem nötigen Zutrauen erwarten könnte.

  11. Anonym sagt:

    Auch ich bin dafür, alle Sonderschulen zu schließen. Regelschullehrer machen einen Crashkurs in Sonderschulpädagogik und ermöglichen so das Recht auf den richtigen Schulbesuch. Sonderschulen öffnen sich mit ihrem Konzept den Regelschülern: 6 Gymnasiasten, Realschüler oder Hauptschüler werden von 2 Lehrern unterrichtet, es gibt keine Schulbücher sondern individuell erstellte Lernmaterialien, der Bezug zur Praxis ist sichergestellt und Praktika werden in geeigneten Betrieben absolviert. Eine Schule mit diesem Anspruch würde sicherlich genügend Anerkennung erhalten.

  12. Elli Wilfling sagt:

    Es steht also schon fest,dass ein Schüler mit Behinderung an dieser Schule nur das Profil wählen kann, das der Sonderpädagoge unterrichten kann. Wie war das noch gleich mit der UN Konvention ?

  13. Anonym sagt:

    An Anonym 22.7.20, 09:07:00

    Also unser Kind konnte auf der Sonderschule ein paar andere Fähigkeiten entwickeln als KOCHEN, WASCHEN,PUTZEN. Eben die Fähigkeiten, die ihm liegen. Ebenso wird es in der Werkstatt gefördert, es wird ausprobiert, was ihm liegt, und weiterentwickelt.
    Sie liegen falsch,wenn Sie meinen, Sonderschulen würden nicht Technik unterrichten. Natürlich hat nicht jeder Lehrer die gleichen Fächer studiert. Genauso wenig wie die Regelschullehrer.
    Sie hätten mit Ihrem Kind ja inklusive Wege ausprobieren können, wenn Sie meinen, ihm wurde etwas vorenthalten.

  14. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 23:14, warum sollte nicht jedem Schüler mit Behinderung eine Begleitperson zur Seite gestellt werden?Warum sollte dies nicht finanziert werden?
    1,8 Billionen Dollar, eine unfassbar hohe Zahl mit 14 Stellen – wird in Waffen Ausrüstung weltweit ausgegeben Hmmm… Was könnte man mit diesem Geld machen? Zum Beispiel ein Viertel der weltweiten Ausgaben für Gesundheit finanzieren. Oder fast ein Drittel des globalen Bildungsbudgets stemmen… Vielen behinderten Menschen zur Integration in der Gesellschaft helfen. Was passiert stattdessen mit dem Geld? Es fließt in neue Waffen, die Ausstattung von Armeen und die militärische Aufrüstung von Ländern dieser Welt.
    Deutschland allein zahlte 50 Milliarden Dollar 2018 für Waffen Ausrüstung. Die Zahl steigt und steigt von Jahr zu Jahr weltweit.
    Regen Sie sich darüber nicht auf? Ich schon!

  15. Anonym sagt:

    Antwort an Anonym 17:36
    Das was in Deutschland Lehramtsstudien durchgeführt werden müsste ist, Lehrer auszubilden das sowohl die Qualifikation als Fachlehrer als auch als Sonderlehrer haben.
    In Hamburg zum Beispiel wurden Fachlehrer Fortbildungen angeboten damit sie die Behinderungen der Kinder besser verstehen. Es wurden zum Beispiel zum Thema Autismus Fortbildungen sogar in den Schulen angeboten. Das heisst dass die Pädagogen vor Ort fortgebildet wurden. So war es zumindest zur Zeit als mein Kind die Schule besuchte.

  16. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 23:14, möchte Sie wirklich nicht beleidigen aber bei Ihrer Einstellung müssten wir auch alle Behinderte Menschen, die nicht mobil sind aus 'Sicherheitsgründen", wie Sie das nennen, in Behinderteneinrichtungen einsperren. Ebenso die älteren Personen mit Rollatoren auch nur Zuhause oder Heime betreuen.
    Warum werden Busse ein Absenkmechanismus eingebaut damit die Menschen mit Rollatoren oder Rollstühle ein und aussteigen können? .
    Würde man diesen Menschen diese Möglichkeit nicht bieten und gebe es diese Menschen nicht die sich Gedanken darüber machen, damit die älteren Bürger auch mobil werden können und auch mal am Leben teilnehmen können, dann müssten viele ganz früh in Betreuung in Heime gehen.
    Nehme an, wenn Sie irgendwann auf ein Rollator angewiesen sind, dass Sie dann ganz laut schreien werden, wenn Ihnen eine Rampe oder Fahrstuhl fehlen wird. Da werden Sie bestimmt auf Ihr Recht bestehen und bei der Krankenkasse auch um die Bewilligung eines Rollators kämpfen. Da werden Sie sich bestimmt darüber aufregen wenn die Finanzierung nicht steht.
    Denken Sie bitte darüber nach! Soll wie gesagt keine Beleidigung sein!

  17. Auch ich denke, dass Schuldzuweisungen an Lehrpersonen wenig inneres Engagement wecken und kaum Veränderungen bringen. Es ist so vieles möglich, ohne dass Schulleiter*innen, Regellehrkräfte und Sonderpädagog*innen dafür eine Ausbildung machen müssen.
    – Lehrpersonen, die sich weiterentwickeln wollen, können an anderen guten Schulen, die mit Vielfalt kreativ und fördernd umgehen, Hospitationen machen.
    – Schulleitungen können gemeinsam mit allen an der Schule Beteiligten (inkl Hausmeister, Eltern und auch Schulaufsicht!) mit einzelnen Fragen aus dem Index für Inklusion Entwicklungen anregen und voranbringen. Dazu braucht es Geduld, Phantasie und pädagogische Zuversicht.
    – Überforderung ist ein echtes Problem. – Nicht alle (Kinder, Lp und Sonderpädagog*innen usw.) müssen alles können; Kinder lernen von Kindern/Jugendlichen sehr viel. Auch das ist ein lohnender aber auch pädagogisch anspruchsvoller Prozess!
    – An die Adresse von anonym (21.07.23:14): Auf mich wirkt die abschliessende Bemerkung zynisch, die Sonderschule biete Hauswirtschaft und Technik für jeden Schüler ja an. – Unter der Annahme, dass jedes (!) Kind das Recht hat, eine gut ausgestattete Regelschule zu besuchen,habe ich in meinem Umfeld sorgfältig geprüft: Wenn alle Sonderschulen geschlossen werden, dann sind reichlich Ressourcen (Räume, Personal, Hilfsmittel) für gute Regelschulen verfügbar! (Bei uns gibt es keine Sonderklassen für Lernbehinderte mehr und das läuft durchaus erfolgreich.)

  18. Anonym sagt:

    So ähnlich habe ich das auch schon erlebt.
    Das wird dann in solchen Wahlfächern schwierig. Die Sonderschullehrerin kann nicht gleichzeitig 2 Gruppen unterrichten. Zusätzlich hat sie vom Fach Technik keine Ahnung. Der Schüler mit Behinderung im Fach Technik müsste also vom Fachlehrer mit unterrichtet werden. Hierzu müsste auch das Material entsprechend angepasst werden.
    Ich habe auch immer wieder das Gefühl, das die Regelschullehrer das Unterrichten der Schüler mit Behinderung ganz als Aufgabe der Sonderschullehrer ansehen möchten, obwohl die Schüler mit Behinderung auch Schüler der Regelschule sind. Wenn das dann auch noch die Schulleitung so sieht, wird es erst recht schwierig.
    Wo soll man sich dann beschweren? Es gibt keine Ombudsstelle, an die man sich wenden kann? Was hilft es mir zu wissen, dass auch Kinder mit Behinderung Rechte haben, wenn ich sie nicht durchsetzen kann?

  19. Anonym sagt:

    Immer wieder die gleiche Frage – Wie kann Inklusion gelingen? Den Lehrern Vorwürfe zu machen ist zu einfach: Der Werklehrer soll 16 Schülerinnen und Schüler unterrichten und den JUNGEN, der mit Handführung an Bohrmaschine und Schleifmaschine arbeitet. Der Rektor steht hinter seinem Lehrer, schon aus Sicherheitsgründen! Das ist gut so er handelt aus Fürsorge. Die Sonderschullehrerin kann sich nicht aufteilen und versucht ihre Lerngruppe zusammenzuhalten.
    Was ist die Lösung? Wird weiterhin jedem Schüler mit Behinderung eine Begleitperson zur Seite gestellt damit Wahlmöglichkeiten ermöglicht werden?
    An der Sonderschule gibt es übrigens Hauswirtschaft und Technik – für jeden Schüler!!

  20. Anonym sagt:

    Mein Kind wird ab dem 26.08 wieder in die Tagesförderstätte gehen. Es wird bestimmt glücklich sein wieder hingehen zu dürfen. Warum sollte es nicht glücklich sein? Es kennt schließlich auch nicht was anderes. Kennt es wie es ist auf den ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten? Es wäre bestimmt auch da glücklich arbeiten zu dürfen!Kennst es wie es ist wie viele andere Jugendliche in seinem Alter eine Ausbildung besuchen zu dürfen? Nein!
    Wenn man einem Kind seit seiner Geburt bis es erwachsen ist nur die gleichen Mahlzeiten auf den Tisch stellen würde, dann würde dieser Mensch nicht was anderes kennen… Und wäre glücklich.
    In der Geschichte oben geht es um Chancengleichheit und die ist da nicht gegeben.Der Direktor der Schule bestätigt dies. Und warum? Weil wir nach 10 Jahren UN Behindertenrechtskonvention es immer noch nicht geschafft haben Sonderpädagogen auszubilden die Kinder mit Behinderung in Techniken unterrichten können. Die meisten sind nur in Förderung der Alltagskompetenzen ausgebildet!
    Warum sollten behinderte Menschen immer nur in Alltagskompetenzen gefördert werden? Dürfen sie auch nicht was anderes erleben, als KOCHEN, WASCHEN, PUTZEN?

  21. Fan des Illustrators sagt:

    Es ist traurig, wenn Schüler mit Behinderung keine echte Profilwahl haben, nur weil Lehrer denken, das nicht leisten können.

    Probieren geht über Studieren!

  22. Anonym sagt:

    Liebe/unknown!

    Wenn man sein Kind in einem Bereich der Werkstatt hat, empfindet man es nur als widerwärtig und herabwürdigend, wenn man Vokabeln wie "AusSONDERungswerkstatt" liest.

    Es mag sein, dass bei einigen, denen eine Werkstatt nahegelegt wird, auch ein anderer Weg eingeschlagen werden könnte. Bei sehr vielen trifft das aber derzeit nicht zu. Wir haben sehr positive Erfahrungen mit der Werkstatt gemacht, und Sie hätten mal sehen sollen, wie glücklich unser Kind war, als es nach dem Lockdown wieder weiterging.

  23. Unknown sagt:

    Klar – können sie dann nach der Schule in einem Außenbetrieb einer AusSONDERungswerkstatt eingesetzt werden.

    Individuen mit Interessen, Fähigkeiten, Abneigungen? Aber doch keine Behinderten! Die sind behindert und gehören betüddelt, fertig! /sarcasm

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