Drei Tage

DAS MÄDCHEN hat die Schule schon hinter sich und braucht einen Job.
Im letzten Schuljahr hatten die Lehrer für das Mädchen das Schwerpunktfach „Hauswirtschaft“ ausgesucht.
„Da bist du wirklich sehr geschickt“, sagten sie.
„Ich mag nicht“, sagte das Mädchen.
In einer Großküche hat es dann auch ein Praktikum gemacht.
Die Mutter hatte es besorgt.
„Die waren wirklich sehr zufrieden mit Dir!“, freute sich die Mutter.
„Ich nicht!“, sagte das Mädchen.
Am Ende der Schulzeit nun bietet sich wirklich ein Arbeitsplatz in der Küche.
„Das ist eine große Chance für Dich“, sagt die Dame vom Arbeitsamt, „die bekommt nicht jeder!“
Das Mädchen verdreht die Augen.
Nun sind alle Formalitäten geklärt: Die staatlichen Förderungen, der Arbeitsvertrag, das Jobcoaching.
Das Mädchen arbeitet einen Tag in der Küche.
Das Mädchen arbeitet einen zweiten Tag in der Küche.
Am dritten Tag sagt es zur Mutter: „Ich geh‘ da nicht mehr hin!“
Alles Zureden hilft nichts.
Seitdem ist das Mädchen zu Hause.
„Na ja“, sagt der Herr vom Integrationsfachdienst, „mit Behinderten auf dem ersten Arbeitsmarkt ist das eben nicht so einfach!“

Die Geschichte vorgelesen …

5 Kommentare

  1. R.G. sagt:

    Viele haben ein falsches Bild von den Anforderungen einer Kindergartenhelferin. Es ist nicht damit getan, dass man mit kleinen Kindern spielt. Du hast viel Verantwortung beim Umgang mit den Kleinen. Ein Kind stützt, es verletzt sich, wer trägt die Verantwortung? Leider machen zu viele Jugendliche ein Praktikum in Kindergärten, auch Jugendliche von Förderschulen hier in BW – dabei werden Hoffnungen geweckt, die nie erfüllt werden können. Wenn du selbst ein Kind im Kindergarten hast- dann möchtest Du, dass die Betreuer alle über die notwendigen Kompetenzen verfügen, dass Dein Kind sicher betreut ist. Zum Beispiel muss man im Kindergarten Stress aushalten können, stundenlang! Und Lärm! Du musst bei allen Berufen mit Menschen schnell Erste Hilfe leisten können, wenn sich jemand verletzt.
    Es müssten mehr Inklusionsarbeitsstellen geschaffen werden, in Cafes, in Küchen, in Gärtnereien, solche, bei denen auch der Arbeitende nicht überfordert ist. Die Behinderten-Werkstätten haben eine Art Monopolstellung, und das verbaut vielen individuelle Lösungen.

  2. Anonym sagt:

    Der Weg behinderter Menschen ist vorgegeben . Möchte man davon abweichen ist dies mit zahlreichen Hürden verbunden .
    Es wird weiterhin Nixklusion betrieben auch noch 2020 . Und dabei arbeiten wirklich alle Hand in Hand . Bei der weiterbewilligung des Kindergeldes zum Beispiel . Jugendliche ab 18 bekommen weiter Kindergeld da sie voraussichtlich nie auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig werden können , und somit immer und ewig am Existenzminimum leben müssen . Die Familienkasse interessiert aber nur der weitere Bildungsweg . Eine Bestätigung der Schwerbehinderung mit verbindender Erwerbsminderung muss mehr als einmal eingereicht und bewiesen werden , obwohl diese jungen behinderten Erwachsenen ein Leben lang Anspruch auf Kindergeld haben . Solche unnötigen bürokratischen Stolpersteine erschweren tagtäglich . So entscheidet sich manch einer dann vielleicht auch irgendwann den komplett nixklusiven weg freiwillig zu gehen , damit man einfach irgendwann einmal einfach nur zur Ruhe kommt . Aber mit Inklusion und Menschenrecht hat das nichts zu tun . Sehr traurig .

  3. Anonym sagt:

    Für die meisten behinderte Menschen gibt es einfach NUR die Möglichkeit im Bereich Küche ,Holz, Metall und Gärtnerei zu arbeiten.Damit haben sie sich zufrieden zu geben und BASTA!
    Die Tochter meiner Freundin hat ein ähnliches Problem. Sie durfte in der Schulzeit ein Praktikum machen in einer Kindertagesstätte. Alle Mitarbeiter waren von ihr sehr begeistert.Seitdem ist ihr größter Wunsch eine Ausbildung als Kindergartenhelferin zu machen.
    Sie könne diese Ausbildung machen,als ausgelagerte Ausbildungsstätte einer Behindertenwerkstatt. Das Problem ist dass sie kein Kindergarten findet wo eine Erzieherin bereit wäre sie zu coachen.Diese Erzieher werden nicht dafür finanziell belohnt.
    Beim letzten Förderplangespräch in der Berufsschule wo sie mit anderen behinderten Jugendlichen ein Berufsorientierungsjahr absolviert, hatte sie der Lehrerin ihren Wunsch geäußert. Die Lehrerin ging überhaupt nicht darauf ein und bot ihr immer wieder an in der Küche arbeiten zu dürfen.
    Die Tochter meiner Freundin lehnte dieses Angebot ab. Sie ist fest entschlossen ähnlich wie das Mädchen oben in der Geschichte Zuhause zu bleiben.
    Es ist einfach nur traurig!

  4. Anonym sagt:

    Die meisten behinderte Menschen mit geistiger Behinderung haben kein Recht auf Bildung.
    In Sonderschulen geistige Entwicklung werden sie von vornherein so programmiert irgendwann in Behindertenwerkstätten zu arbeiten. Es gibt danach nur die Möglichkeit Behindertenwerkstatt oder Tagesförderstätte. Da ihr Horizont in Sonderschulen klein gehalten wird ,haben sie auch keine Wünsche.
    Wenn diese Kinder nicht zur Bildung kommen dürfen, wie sollen sie überhaupt für ihre Rechte kämpfen können. Sie wissen nicht Mal ,dass sie Rechte haben!
    Nicht behinderte Jugendliche dürfen immer wieder ein Studium oder Ausbildung beginnen ,auch wenn sie das eine oder andere nicht schaffen. Bis im Rentenalter dürfen sie Fortbildungen besuchen dürfen. Nicht aber die behinderten Menschen. Für viele behinderte Jugendliche bleibt nur die Behindertenwerkstatt oder Tagesförderstätte.Behinderte Menschen ist es in Deutschland nicht gegönnt inmitten der Gesellschaft leben zu dürfen!Wer behindert zur Welt gekommen soll in Deutschland nur das Recht haben unter behinderte Menschen leben zu dürfen,wo es nur mit Krankheiten und Behinderungen konfrontiert ist!

  5. Anonym sagt:

    Mein autistischer Sohn würde gerne nach seiner Schulzeit weiterhin zur Bildung kommen dürfen(so wie seine Schwester auch)
    Da mein Sohn nicht leistungsorientiert auf den ersten Arbeitsmarkt und in einer Behindertenwerkstatt arbeiten kann( laut Arbeitsamt) darf er auch nicht eine Ausbildung machen,sich fortbilden.
    Er wurde in einer Tagesförderstätte abgeschoben wo er total unglücklich ist.

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