Die Voraussetzung

DER JUNGE besucht die Grundschule im Dorf.
Das Gebäude ist alt und alles andere als barrierefrei.
Aber mit gutem Willen und viel Improvisationstalent aller Beteiligten klappt es mit dem Jungen in seinem Rollstuhl gut.
Nun wird es Zeit, eine weiterführende Schule in der nächsten Stadt zu suchen.
Die Mutter hat eine Liste erstellt.
Ganz oben steht eine Schule, die erst vor einigen Jahren gebaut wurde: Nicht groß, aber top modern mit großen hellen Räumen, breiten Fluren und komplett barrierefrei mit Aufzug und Rampen.
Die Mutter ruft dort an, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.
„Das geht leider nicht“, sagt die Schulleiterin, „einen Schüler im Rollstuhl können wir nicht aufnehmen. Wir haben keine Behindertentoilette zur Verfügung. Den Raum mussten wir von Anfang an als Putzraum nutzen. Wir haben da einfach keine Alternative!“
Die Mutter schweigt ungläubig.
„Das tut mir ja auch wirklich leid“, rechtfertigt sich die Schulleiterin schnell, „aber, was soll ich machen, wenn die Voraussetzungen einfach nicht gegeben sind!?“
Die Mutter legt auf und streicht die Schule von der Liste.
Und denkt: Ja, an dieser Schule fehlt wirklich die wichtigste Voraussetzung!
Die Toilette meint sie dabei nicht.

Die Geschichte vorgelesen …

12 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Lieber Anonym 11:32 habe in meinem Bekanntenkreis Freundinnen deren behinderte Kinder im nächsten Jahr eingeschult werden sollen. Sie sind auf der Suche nach solche Sonderschulen,die den Kindern das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen!
    Würden Sie mir bitte, bitte hier schreiben wo sich diese vorbildlichen Sonderschulen befinden? Gibt es da auch Schulbücher? Wird da auch Inklusion betrieben? Gibt es da genug Personal um den Kindern in der Förderung gerecht zu werden? Wie viele Jahrgänge werden in einer Klasse da unterrichtet?
    Die Eltern würden vor der Einschulung der Kindern sich den Schulkonzept der Sonderschulen durchlesen. Sind diese Konzepte online auch zu lesen?
    Bitte um eine Auflistung dieser Sonderschulen!

  2. Anonym sagt:

    An Anonym 11:32 In einer Klasse in der derart individuell verschiedene Schüler sitzen,können nicht die gleichen Schulbücher vorgelegt werden.
    Die behinderte Kinder in Sonderschulen werden um ihre Bildung seit Jahren gebracht, weil es an Personal scheitert. In den meisten Sonderschulen in Deutschland werden in einer Klasse vier Jahrgänge (jahrgangsübergreifend) unterrichtet.In jeder dieser Klassen haben die Kindern meistens unterschiedliche Behinderungen oder Grad der Behinderungen.Das Erschreckende daran ist, dass in solchen Klassen nur eine einzige Sonderpädagogin diese Kinder während der Unterrichtszeit unterrichtet. Sie ist die einzige die für den Unterricht qualifiziert ist. Begleitet wird sie in der Klasse von Schulbegleiter ( meistens unqualifiziert) und Heilpädagogen.
    Es ist schlichtweg nicht möglich in solchen Schulformen und bei dem Mangel an Personal diesen Kindern in der Förderung gerecht zu werden.Es gibt Regelschulen in Deutschland die zwei Jahrgänge in einer Klasse( gleiche Bücher) unterrichten und da klagen die Lehrer, dass es kaum machbar ist.

  3. Anonym sagt:

    Ich weiß nicht, warum dieses Argument immer so gebetsmühlenartig dahergebracht wird. In einer Schulart, in der derart individuell verschiedene Schüler sitzen, können gar nicht einfach jedem Kind die gleichen Bücher vorgelegt werden. In einer guten Sonderschule kann jedes Kind, das die Voraussetzungen dazu hat, lesen und schreiben lernen. Ganz individuell, mit den passgenauen Materialien.

  4. Anonym sagt:

    Wenn wir ehrlich sind, sind die Bildungsvoraussetzungen nicht mal auf Sonderschulen gegeben. Bildungsstätte,wo Schüler keine Schulbücher oder Arbeitshefte erhalten dürfen nicht als solches bezeichnet werden.

  5. Anonym sagt:

    Ein Rollstuhlkind ist für viele Schulen ein Problem.Es scheitert auch sehr oft daran, weil ein Rollstuhlkind die nötige Hilfe braucht um auf die Toilette gehen zu können. Viele Rollstuhlkinder brauchen dann auch einen Schulbegleiter oder sogar eine Krankenschwester!Zusätzlich benötigen diese Kinder noch einen Fahrdienst. Sehr oft wird der Fahrdienst nur dann finanziert wenn die Kinder in Behinderteneinrichtungen( Sonderschulen,Behindertenwerkstatt) gefahren werden.Es gibt zig Hürden mit denen die Eltern kämpfen müssen.Schön wäre es wenn es nur bei einem Problem bleiben würde! Ist es aber nicht!

  6. Kirsteneins sagt:

    Fein beobachtet…Sie meinen wahrscheinlich diese Geschichte: https://kirstenmalzwei.blogspot.com/2018/12/die-rollstuhl-toilette_17.html Leider ist uns in den vergangenen Jahres diese Thematik in so vielen unterschiedlichen Varianten begegnet, dass wir fanden, sie ist eine weitere Geschichte wert.

  7. Anonym sagt:

    Ein Rollstuhlkind ist doch für die meisten Schulen kein Problem. Hier vor Ort wurden diese Kinder schon aufgenommen, bevor die Toilettenfrage und der gesetzliche Fluchtweg gesichert waren. Könnte es sein, dass es noch ganz andere Anforderungen gab? Oder dass inzwischen klar war, dass es diesen Eltern niemals jemand recht machen konnte?

  8. Kann es sein, daß diese Geschichte hier schon einmal veröffentlicht worden ist? Mir kommt die Geschichte sehr bekannt vor.

  9. Fan des Illustrators sagt:

    Voraussetzungen darf es nicht geben bei der Aufnahme von Schülern an Schulen. Sie muss es aber zwingend geben bei der Besetzung eines Schulleiterpostens!

    Die Umnutzung einer rollstuhltauglichen Toilette in einen Putzraum ist nicht zulässig, auch dann nicht, wenn der Raum nach der Umnutzung so charmant aussieht wie auf der Illustration!

  10. Anonym sagt:

    Viele Eltern,die ihre Kinder auf eine Regelschulen schicken wollen, müssen kämpfen. Es ist keine Selbstverständlichkeit.
    Die Ausrede,die an erster Stelle steht heißt: Schicken Sie bitte ihr Kind auf einer Sonderschule,denn NUR eine Sonderschule,aber wirklich NUR eine Sonderschule kann ihrem Kind die nötige Förderung auf dem Schulweg geben.
    Die meisten Eltern fallen drauf rein. In Sonderschulen stellen sie dann fest dass die behinderte Kinder um ihre Bildung gebracht werden. Ich habe bei meinem Kind in der Sonderschule dann feststellen müssen dass die Sonderpädagogen nicht Mal Fortbildungen im Laufe der Jahre gemacht hatten.

  11. Anonym sagt:

    Diese Geschichte erinnert mich an die Zeit als ich für meinen Sohn eine weiterführende Schule gesucht hatte. Von ungefähr zehn Schulen war nur eine bereit mein Kind aufzunehmen.
    Ich wurde von Sekretärinnen und stellvertretenden Schulleiter am Telefon angeschrien!An den Schulen fehlten eindeutig die Voraussetzungen auch!

  12. Anonym sagt:

    Die meisten Regelschulen verdrücken sich von der Verantwortung. Es gibt eine Menge Ausreden,die Eltern sich anhören müssen! Mal haben ,die keine passende Toiletten,dann kein Ruheraum. Eine beliebte Ausrede ist,dass sie keine qualifizierte Sonderpädagogen haben oder keine Schulbegleiter!
    Man tut immer so, als ob die behinderten Kinder plötzlich wie Aliens vom Himmel her gefallen sind und die Schulen vor ein Unbekanntes Problem stehen!

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