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DER JUNGE MANN hat es nicht leicht, einen Job zu finden.
Obwohl er gut qualifiziert ist.
Das Arbeitsamt schlägt ihm eine Umschulung vor. Es gebe da eine Firma, die sogar ein eigenes Modell-Projekt für Menschen wie ihn habe.
Er willigt ein. Doch in der Firma läuft es nicht gut:
Schon bei der Einarbeitung merkt er, dass die Mitarbeiter keine Idee davon haben, was Menschen wie er brauchen. Immer wieder zeigen ihm unterschiedliche Mitarbeiter etwas. Wirklich Zeit hat keiner von ihnen, denn alle haben selbst viel Arbeit.
Es kommt bald zu einem Krisengespräch. Unterstützung von außen lehnt die Firma ab: „Wir müssen unsere eigenen Erfahrungen und Fehler machen“, sagt der Abteilungsleiter. Und: „Wir nehmen gerne Behinderte, aber Sie brauchen ja schon sehr viel mehr Unterstützung, als wir gedacht haben!“
Der junge Mann bräuchte vor allem einen ruhigen Arbeitsplatz. Im Großraumbüro ist es laut und unübersichtlich, und immer wieder muss er seinen Schreibtisch räumen, wenn ein anderer ihn braucht.
Der junge Mann setzt jetzt seine Hoffnung auf den Chef. Doch der ist schwer zu erreichen. Heute endlich ruft die Sekretärin an – er solle schnell kommen: Medien seien im Haus und wollten über das Inklusions-Projekt berichten. Man wolle gleich ein Foto mit ihm und dem Chef machen.
„Gel“, sagt sie, „Sie kennen doch den Satz: Tu Gutes und rede darüber!“

Die Geschichte vorgelesen …

4 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Die Geschichte kommt mir bekannt vor… Das ist genau das, was ich über diese Firmen gehört habe, die damit werben, bevorzug Autist:innen einzustellen. Es hört sich zuerst alles ganz toll an, aber anscheinend wird gar nicht auf die Bedürfnisse der Menschen eingegangen, sondern die Leute werden nur verheizt.

  2. Anonym sagt:

    Endlich mal eine Geschichte aus der Arbeitswelt. Vielen Dank!

  3. Fan des Illustrators sagt:

    Danke für diese krasse Geschichte!
    Sie hilft mir, wachsam zu sein.

    Es ist ein schauriger Gedanke, dass ein Mensch mit Behinderung einer Marketingstrategie eines Unternehmens oder auch einer Institution zum Opfer fällt!

    Geniale Illustration!

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