Olympia

Nach ihrer Gymnastik-Stunde sitzen die Frauen noch etwas zusammen, auch die Mutter DES MÄDCHENS.
Eine Frau meldet sich zu Wort: „Habt ihr das mitbekommen? Da startet eine ganz junge Läuferin aus unserer Gegend bei Olympia! So toll!“
„Und wie toll sie all die Jahre von ihren Eltern unterstützt wurde“, ergänzt eine andere, „jeden Tag haben die sie zum Training ins Leistungszentrum gefahren. Ich habe da neulich eine Reportage gesehen: So viel Zeit und Geld mussten sie aufwenden. Sogar den Trainer haben sie eine Zeitlang selbst bezahlt, dann die ganze Ausrüstung und so.“
Die Mutter des Mädchens zögert erst ein bisschen. Dann sagt sie: „Ich dachte, Du magst solche ‚Eiskunstlaufmüttter‘ nicht. Das hast Du doch mal über mich gesagt, weil ich meine Tochter jeden Tag zu ihrem Wunsch-Praktikum gefahren habe, private Fortbildungen finanziert und immer wieder auf vieles verzichtet habe.“
Die Angesprochene guckt irritiert.
„Aber“, sagt sie, „das ist doch etwas ganz anderes: Deine Tochter ist doch behindert!“

Die Geschichte vorgelesen …

5 Kommentare

  1. Molly sagt:

    Wahrnehmung, Würdigung und Wertung vom Bemühen der Eltern für ihr Kind oder KIND. Eltern untereinander bilden nicht immer eine Solidargemeinschaft, sei es in der Normalowelt und/oder Behindertenwelt. Aber jeder einzelne von uns kann es besser machen, unabhängig davon ob ein Traumpraktikum zur Wunschausbildung geführt hat.

  2. Juliane sagt:

    Wieder ein sehr schönes Bild. Bei der Antwort der Mutter bleiben bei mir allerdings nur Fragezeichen…

    • HFA 2016 sagt:

      Offensichtlich macht es für diejenige, die von der Olympia Teilnehmerin und ihren Eltern schwärmt, einen Unterschied, ob das Ziel eine Olympia Teilnahme oder eine Teilnahme am Arbeitsleben ist.
      Nebenbei wäre es interessant zu erfahren, ob das unterstützte Traum Praktikum auch zu einer Ausbildung geführt hat.

      • Anonymous sagt:

        Lieber HFA 2016
        Es ist irrelevant, ob das Mädchen eine Ausbildung besucht. Inklusion bedeutet dass jeder das schaffen soll was er kann.
        Ich bin mit meinem Kind auch von einer Therapie zur anderen gelaufen. Es hat eine Regelschulen besucht. Ich habe mein Kind jeden Tag zur Schule begleitet und abgeholt. Es hat kein Abschluss gemacht und es auch nicht zu Olympia geschafft.
        Na und ?

        • HFA 2016 sagt:

          Lieber Anonymus,
          Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich habe gemeint, dass das eine genau so ein erstrebenswertes Ziel ist wie das andere, ohne Wertung. Ich hätte es der JUNGEN FRAU halt gegönnt.
          Schönen Abend HFA 2016

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