Universität

Naturwissenschaften mag DER JUNGE ganz besonders.
Vor allem Biologie und Physik, jetzt in der Abschlussklasse. Er macht alles begeistert mit, was er kann.
Deshalb freut er sich auch ganz besonders, als die Lehrerin eine Exkursion ankündigt: Zur Universität, in ein technisches Labor. An dieser Universität studiert auch der Bruder des Jungen.
Aufgeregt erzählt er zu Hause davon. „Vielleicht treff ich Dich da ja sogar!“, sagt er zu seinem Bruder. Aufgeregt macht er sich am Tag der Exkursion auf zur Schule.
Dort nimmt die Lehrerin ihn und seinen Schulbegleiter zur Seite und sagt: „Ihr beide bleibt heute hier und arbeitet am Wochenplan!“ Und zum Jungen gewandt: „Das an der Universität ist nix für Dich! Das verstehst Du eh nicht!“
Als der Junge mittags nach Hause kommt, fragt ihn die Mutter neugierig: „Und, Schatz, wie war’s?“
Der Junge schaut sie nur traurig an. Kein Wort sagt er.
Dann läuft er in sein Zimmer und schlägt die Tür hinter sich zu.

Die Geschichte vorgelesen …

7 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Wenn es um die Bedeutung der Worter Gleichberechtigung und Chancengleichheit geht, um die EIGENEN Rechte zu vertreten,dann wissen ALLE Pädagogen in Deutschland Bescheid was das bedeutet und kämpfen gemeinsam um dies auch durchzusetzen. Unterstützt werden sie dann auch von Politiker in Deutschland. Wenn es um die Rechte der sozial Schwachen,der behinderten, pflegebedürftigen Menschen in Deutschland geht,da kämpfen viele Pädagogen und Politiker dagegen oder ignorieren dies. Dafür schämen die sich auch kein bisschen .Sie sind skrupellos, so wie die Pädagogin oben in der Geschichte.

  2. Fan des Illustrators sagt:

    So wenig Empathie, wie die Lehrerin besitzt, so reich daran ist die Illustration:
    Traurig, wie der Junge zurückbleiben muss, während seine Klassenkameraden fröhlich zur Universität gehen.

  3. Anonym sagt:

    Leider haben wir auch schon sehr oft ähnliche Erfahrungen gemacht. Der Lehrerin ist wahrscheinlich noch nicht mal bewußt, wie verletzend sie sich verhält. Sie ist davon überzeugt, dass "die Uni" nichts für den Jungen ist und genauso haut sie das als Kommentar auch raus.
    Unser Sohn (8 j.) hat das Down-Syndrom und fängt erst seit kurzem an zu sprechen. Er ist aber kognitiv ausgesprochen fit und konnte sich bisher sehr differenziert über Gebärden mitteilen. Trotzdem und trotz "Gebärde der Woche" haben die meisten Erzieherinnen nie wirklich verstanden, dass er versteht und nur nicht spricht. Sie haben sich alle als "behindertenfreundlich" gefühlt und daher manchmal sogar vorgezogen, wo es fehl am Platz war. Dagegen wurde er systematisch von allem ausgeschlossen, wo man Sprache brauchte. Angebote gab es in dem Kiga meist nur freiwillig und die Kinder mussten sich melden. Ich habe mehrfach angesprochen, dass er nicht sagen kann "ich will das machen" und sie ihn einfach mal mit dazu nehmen sollen und dann gucken, wie es geht. Wurde immer versprochen, aber nie gehalten. Die Fotokarten der Kinder, die ein Projekt mitmachten, wurden dann auf eine Projekttafel gesteckt. Mein Sohn hat mir immer wieder traurig gezeigt, dass seine Karte immer nur an seinem Platz hängt. Als ich gesagt habe, jetzt verlässt er in 3 Monaten den Kiga, ohne dass die Karte jemals den Platz verlassen hat, dufte er dann 2 x an Yoga teilnehmen. Klar, geht ja auch ohne sich auf Gebärden einzulassen.
    In der Schule ist es viel besser, weil man ihn da nicht mehr so einfach vom Lernen weghalten kann – und viele Lehrer auch wirklich wollen, dass er lernt.
    Kürzlich war ich mit ihm privat beim "Strom-Forschen" für Kinder. Er hat problemlos die Stromkreise aufgebaut, gemalt, wie die Elektronen laufen, sortiert, was leitet und was nicht. Und guckt sich zu Hause sie Fotos immer wieder an und will dauernd wieder "Forschen" gehen.
    Menschen können nur lernen, wenn man sie lässt und es ihnen zutraut. Und die Uni ist nicht nur für Akademiker – da gibt es sogar viele Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung.

  4. Anonym sagt:

    Mein Kind mit anerkannter Schwerbehinderung hat schon sehr oft festgestellt, das sie immer das machen muss was andere ihr sagen . Alleine entscheiden aber nicht .
    Wenn diese Menschen nicht zu allem was sie eh schon haben , nicht auch noch depressiv werden ? Wen wundert es noch !

  5. Anonym sagt:

    Und dieses Prozedere wird nicht nur mit den Kindern , sondern auch deren Eltern gemacht .
    Die Kinder erhalten den sonderpädagogischem förderbedarf , kommen somit in eine förderklasse oder koopklasse oder integrationsklasse , was auch immer , haben deshalb aber nicht auch automatisch einen SBA . Und dies stört in der Schule auch niemanden . Sie sind also gut genug die Arbeitsplätze der sonderpädagogik zu erhalten , haben aber noch lange nicht automatisch damit ein Anrecht auf eine anerkannte Schwerbehinderung oder und einen Pflegegrad, geschweige denn auf irgendwelche Therapien . Nein , für alles das muss man erneut kämpfen , sich rechtfertigen , Ämter , Behörden , zuständige Ärzte und wen nicht alles überzeugen. Das lässt für mich den Schluss zu , das solange jemand mit unseren Kindern Geld verdienen kann , kann vieles zugesprochen werden . Aber wehe die Kinder selbst oder deren Angehörige möchte davon „ profitieren „ das muss man sich das hart über Jahre erkämpfen .
    Es gibt also keine klaren Linien . Und das macht die behinderten Kinder und deren Angehörige viel viel verrückter als die eigentliche Behinderung ! Und wir haben 2018 ! Die Menschen scheinen nichts zu lernen …

  6. Anonym sagt:

    Solche Geschichten sind für kinder mit Behinderung an der Tagesordnung ! Es geht aber auch anders herum , als meine 18 jährige behinderte Tochter ein schulpraktikum in einer Werkstatt für behinderte Menschen machen musste , weil dies von der Schule so auferlegt wurde und man als Eltern den Verdacht hat , das Schulleiter und Werkstattleiter abends zusammen gern ein Bierchen trinken und sich die Kinder gegenseitig zuschieben , musste ich mich erst noch mit dem Klassenlehrer der Förderschule auseinandersetzten , weil dieser keinen Fahrdienst für meine Tochter wollte sondern das sie mit ÖPNV zur Werkstatt fährt .

  7. Anonym sagt:

    Wie kann man einem Kind sowas antun? Haben weder Lehrerin noch Schulbegleitung bemerkt, dass er sich darauf freut?? Zumindest die Schulbegleitung hätte das doch mitbekommen müssen und hätte sich für das Kind einsetzen sollen.

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