Sprünge

DER JUNGE ist mit seiner großen Schwester im Schwimmbad.
Er kann sehr gut schwimmen, tauchen und springen.
Deshalb sitzt seine Schwester entspannt am Rand des Beckens.
Der Junge springt abwechselnd mit einem Mädchen vom Startblock.
Köpfer und möglichst viel spritzen – sie feuern sich gegenseitig an.
Dann öffnet das Drei-Meter-Brett. Der Junge stellt sich sofort an.
Das Mädchen traut sich nicht recht und geht zurück zu seiner Mutter, die in der Nähe sitzt.
„Kennst du den behinderten Jungen eigentlich?“, fragt die Mutter.
Die Tochter schaut sie mit großen Augen an: „Da war kein behinderter Junge!“
„Doch“, sagt die Mutter, „der mit dem besonderen Gesicht, der so komisch gesprochen hat.“
Das Mädchen guckt immer ratloser.
Die Mutter ist jetzt leicht genervt: „Nun bist du die ganze Zeit mit dem behinderten Jungen ins Wasser gesprungen! Nun sag mir doch einfach, ob du den schon vorher kanntest!“
„Ach, den meinst du“, antwortet das Mädchen, „dann sag doch gleich: Der Junge, der jetzt vom Dreier springt!“

Die Geschichte vorgelesen …

9 Kommentare

  1. Anonym sagt:

    Die Frage stellt sich einfach, wenn man die Geschichte liest. Es soll hier um erlebte Begebenheiten gehen, so verstehe ich diese Plattform.

  2. Anonym sagt:

    Also soll der Leser die Geschichte als frei interpretiert ansehen, soll nur zum Nachdenken angeregt werden?

  3. Anonym sagt:

    Ich lese diese Geschichten so:
    Was sagt mir diese Geschichte?
    Was kann ich besser verstehen?
    – Der Junge kann sehr gut schwimmen, tauchen und springen.
    – Das Spiel macht beiden mehr Freude, wenn zwei miteinander herumtollen.
    – Die Mutter des Mädchens (es könnte auch die FRAU heißen) richtet ihren Blick auf eine Kategorie ("der BEHINDERTE, der mit dem BESONDEREN GESICHT).
    – Das Mädchen richtet den Blick auf das was der JUNGE, kann.
    – Die Erzählerin sagt mir: Denk nach, da läuft was schief. Wie könnte die Geschichte anders laufen?

    Danke!

  4. Anonym sagt:

    Aus der Frage, ob das Mädchen den Jungen schon vorher kennt, abzuleiten, wie die Mutter des Mädchens zum Spiel der beiden steht, finde ich doch sehr frei assoziiert.

  5. Fan des Illustrators sagt:

    Wunderbar, wie der Illustrator den JUNGEN gezeichnet hat, der mit größtem Spaß vom Dreier springt, während das Mädchen bewundernd lächelnd auf der Leiter steht und dem Spielkamerad zuschaut.

    Ich bin mir sicher, dass die Mutter des Jungen, wenn sie dabei gewesen wäre, an dem vergnüglichen Spiel der beiden Kinder ihre helle Freude gehabt hätte.
    Schade, dass die Mutter des Mädchens dafür keine Antenne zu haben scheint.

  6. Anonym sagt:

    Hi,

    wofür ist die Beantwortung der Frage wie die Autorin zu der Geschichte gekommen ist wichtig?
    Für die Aussage der Geschichte sicher nicht.
    Es ist einfach schön wenn man wie das Mädchen der Geschichte den Jungen als das sieht was er ist ein anderes Kind mit dem es im Schwimmbad zusammen ins Wasser gesprungen ist.

  7. Anonym sagt:

    Ja, solche Fragen stelle ich mir bei den Begebenheiten, die hier erzählt werden, auch oft.

    Cornelia

  8. Anonym sagt:

    Ja, Kinder sind so natürlich und selbstverständlich, bei Spiel und Spaß verstehen die sich bestens. Was mich interessieren würde, wer hat denn diese Begebenheit dokumentiert? Der Junge stand auf dem Brett, die begleitende Schwester war etwas entfernt vom Geschehen. Hat sich das Mädchen oder deren Mutter beim Autor/der Autorin gemeldet und über den Dialog berichtet?

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