Engagiert

Lila Männchen: Erst im Haus links, dann Pfeil nach rechts, dann im Haus rechts.

Die Mutter DES JUNGEN trifft eine Freundin. Die Kinder waren zusammen in einer inklusiven Grundschulklasse.
„Du“, sagt die Mutter, „ich habe gehört, Deine Tochter geht jetzt wieder an die Sonderschule.“
„Ja“, antwortet die andere Mutter, „es gab irgendwie keine andere Möglichkeit.“
„Nach so vielen Jahren Engagement für Inklusion…“, gibt die Mutter zu bedenken.
„…was sehr mühsam war“, ergänzt die andere Mutter. „Ich habe mich an der Sonderschule jetzt gleich in den Elternbeirat wählen lassen!“
„Und für Inklusion engagierst du dich gar nicht mehr?“, fragt die Mutter des Jungen.
„Nein“, sagt die andere Mutter, „alles gleichzeitig geht nicht!“

Die Geschichte vorgelesen …

3 Kommentare

  1. Hummelmor_s sagt:

    Ich finde es folgerichtig und stimme dem/der ersten Kommentator/Kommentatorin zu.
    UND ich bin der Meinung, dass es erst etwas wird, wenn nicht Betroffene Menschen sich ebenfalls für Inklusion stark machen. Sie wären sogar in der Mehrheit.
    Inklusion ist, wenn sie für alle selbstverständlich ist und nicht mehr benannt werden muss.
    Diese Veränderung ist noch ganz weit weg. Zwischenzeitlich sollte man sich nicht gegenseitig zur Rechenschaft ziehen, wenn eins nach langem Kampf doch wieder die vorgegebenen Wege beschreitet.

  2. Anonymous sagt:

    Die Reaktion ist verständlich. Und zeigt das Engagement für das eigene Kind. Denn wenn jahreslanges intensives Bemühungen um Inklusion mit Füssen getreten wird, dann ist es verständlich, dass sich die Mutter nun dort einsetzt, wo sie hoffentlich auch gehört wird. So zeigt sie auch ihrem Kind, dass sie weiterhin alles tut, um ihm einen schönen Lebensweg zu bereiten. Im Elternbeirat der Sonderschule kann sie sich zum Beispiel um die optimale Förderung der Kinder an dieser Schule bemühen. Eltern, die den Kampf um Inklusion aufgrund schwieriger Erfahrungen komplett aufgegeben haben, können das oftmals nicht mehr. Und resignieren dann beispielsweise wenn die Berufswahl ansteht und keine Versuche um gute Lösungen gemacht werden. Eine solche Mutter im Elternbeirat der Sonderschule ist Gold wert und ich hoffe, die Schulleitung und die anderen verantwortlichen an der Schule sehen das genauso.

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